Am Sonntag, 30. August, fällt für die HSG Nordhorn-Lingen der Startschuss in die neue Spielzeit der 2. HBL. Um 17 Uhr wird die Partie beim traditionsreichen TuSEM Essen in der Sporthalle Am Hallo angepfiffen. Nach einer intensiven Vorbereitung geht es damit endlich wieder um Punkte – und für die HSG zugleich um den ersten Schritt in eine neue Saison.
Die vergangenen Monate waren für die HSG von großen Herausforderungen und schwierigen Rahmenbedingungen geprägt. Inzwischen gibt es jedoch positive Signale und neuen Rückenwind für die Zukunft. Der eingeschlagene Weg, die HSG wirtschaftlich und strukturell nachhaltig neu aufzustellen, soll konsequent fortgesetzt werden. Nun soll der Blick wieder verstärkt auf das Sportliche gerichtet werden – und damit auf den Saisonstart am Sonntag in Essen.
Zum Auftakt wartet allerdings direkt eine anspruchsvolle Aufgabe. Dabei startet die HSG durch den 6-Punkte-Abzug mit einer besonderen Hypothek in die Saison. Umso wichtiger wird es sein, von Beginn an Punkte zu sammeln. Beim Pokal-Aus am vergangenen Sonntag beim Drittligisten Longericher SC zeigte die Mannschaft dabei durchaus gute Ansätze. „35 Tore zu werfen, ist erst einmal gut“, blickt Christian Wilhelm auf die Partie zurück. Auch im Tempospiel habe die HSG phasenweise überzeugt. Gleichzeitig wurden zu viele freie Bälle liegen gelassen und gerade in der Defensive vermisste Wilhelm die nötige Einstellung, Aggressivität und Intensität. Seine klare Forderung: „Wir müssen endlich wieder anfangen, richtig Abwehr zu spielen.“
Euphorie beim Gastgeber
Ganz anders ist die Stimmungslage beim TuSEM Essen. Die Mannschaft von Trainer Kenji Hövels sorgte in der ersten Pokalrunde für eine Überraschung und warf den Erstligaabsteiger und Aufstiegsfavoriten SC DHfK Leipzig nach doppelter Verlängerung mit 36:33 aus dem Wettbewerb. 80 Minuten voller Spannung und Leidenschaft erlebten die Zuschauer in der Sporthalle Am Hallo. Essen bewies mehrfach Steherqualitäten, holte Rückstände auf und feierte am Ende einen viel umjubelten Sieg. „Ich habe so ein Spiel noch nicht erlebt“, erklärte Hövels anschließend.
Besonders stark präsentierte sich dabei die Essener Flügelzange. Bereits in der vergangenen Saison erzielte der TuSEM ligaweit die meisten Tore über die Außenpositionen. Linksaußen Werschkull traf gegen Leipzig achtmal aus dem Feld, Rechtsaußen Felix Eißing steuerte sechs Treffer bei. Im Rückraum glänzte Göttler mit sieben Toren, Kreisläufer Willner traf fünfmal.
Christian Wilhelm kennt den TuSEM aus eigener Erfahrung: Bis zum vergangenen Sommer lief der Kreisläufer zwei Jahre für die Essener auf. Entsprechend genau weiß er, worauf es am Sonntag ankommen könnte. Für ihn ist dabei vor allem Nils Homscheid ein entscheidender Faktor. Wilhelm sieht den Mittelmann als Unterschieds- und Schlüsselspieler, der das Spiel des TuSEM maßgeblich steuert und damit eine zentrale Komponente im Essener Angriff darstellt.
Im Vergleich zum Vorjahr hat Essen den Kader nur wenig verändert und setzt noch stärker auf junge Spieler. Kein Akteur ist älter als 27 Jahre. Für die hervorragende Nachwuchsarbeit gab es im Sommer sogar einen HBL-Ausbildungsbonus. Mit Torhüter Finn Knaack und dem erst 20-jährigen Abwehrchef Tom Wolf standen zwei Essener Talente im deutschen U20-EM-Kader. Prominentester Neuzugang ist Keeper Diedrich, der vom BHC zurückgekehrt ist.
Ruhe bewahren im Hexenkessel
Auch die Atmosphäre in Essen dürfte am Sonntag eine Rolle spielen. Christian Wilhelm erwartet eine Mannschaft, die konsequent das Eins-gegen-eins sucht und das Tempospiel forciert. Hinzu kommt die traditionell lautstarke Kulisse in der Sporthalle Am Hallo. „Da ist die Halle immer laut, das Publikum ist definitiv ein Faktor“, weiß der ehemalige TuSEM-Spieler, der noch immer mit einigen Akteuren des Teams gut befreundet ist. Umso wichtiger werde es für die HSG sein, auch in schwierigen Phasen ruhig zu bleiben, so Wilhelm. Wie sehr die Zuschauer die Essener Mannschaft tragen können, zeigte bereits das letzte Aufeinandertreffen zum Ende der vergangenen Saison. Seinerzeit war auch eine große und lautstarke Gruppe von HSG-Fans mit nach Essen gereist und sorgte auf den Rängen für Unterstützung ihrer Mannschaft. Die HSG bedankt sich schon jetzt bei allen Anhängern, die das Team auch am kommenden Sonntag vor Ort unterstützen werden.
Ende Mai gewann der TuSEM in einem echten Hexenkessel mit 35:34 und sicherte sich damit den Klassenerhalt. Die HSG hatte einen Sechs-Tore-Rückstand aufgeholt, musste sich am Ende aber knapp geschlagen geben. Gentzel und Lux waren mit jeweils sieben Treffern die erfolgreichsten HSG-Torschützen. Mit der knappen Niederlage riss zugleich eine bemerkenswerte Serie: Die HSG war über Jahre gegen Essen ungeschlagen geblieben.
Nun beginnt ein neues Kapitel. Mit den positiven Signalen aus dem Umfeld, einer Mannschaft, die ihr großes Potenzial in der Vorbereitung gezeigt hat, und dem klaren Ziel, möglichst schnell die ersten Punkte einzufahren, geht die HSG in den Saisonauftakt.
Wer nicht vor Ort dabei sein kann: Die Partie wird am Sonntag ab 16:45 Uhr wie immer live auf Dyn übertragen.







