HSG will in Hüttenberg die nächste Hürde nehmen

HSG will in Hüttenberg die nächste Hürde nehmen

Nach zwei Spieltagen steht die HSG Nordhorn-Lingen mit vier Punkten da. Der Saisonstart in der 2. HBL ist damit geglückt – und zugleich sind bereits vier der sechs Zähler aufgeholt, die der HSG am Saisonende wieder abgezogen werden. Am Samstag soll die kleine Serie fortgesetzt werden: Um 18 Uhr tritt die Mannschaft von Mark Bult beim TV Hüttenberg an. Gespielt wird im dortigen Sportzentrum.

Die Gastgeber, die sich selbst „Das Original aus Mittelhessen“ nennen, belegten in der vergangenen Saison den elften Tabellenplatz. Trainer der Blau-Weiß-Roten ist der ehemalige Nationalspieler Stephan Kneer. Hüttenberg, eine rund 11.000 Einwohner zählende Gemeinde im Lahn-Dill-Kreis, liegt etwa 300 Kilometer südwestlich von Nordhorn. Der große Nachbar HSG Wetzlar ist dagegen nur rund zehn Kilometer entfernt – und spielt für den TVH auch personell eine wichtige Rolle.

So wechselte Mittelmann Paul Kompenhans vor dieser Saison zum Kooperationspartner nach Wetzlar. Damit setzte sich eine Entwicklung fort, die bereits bei anderen Hüttenberger Leistungsträgern zu beobachten war (Mappes, Theiß, Kirschner). Für Kompenhans rückte David Sehnke auf der Rückraummitte nach. Der 23-Jährige kam von der U23 des HC Erlangen und hat bereits Erfahrung in der Bundesliga gesammelt. In Hüttenberg ist Sehnke gut eingeschlagen. Zudem steht Georg Löwen dem TVH künftig mit Zweitspielrecht von der HSG Wetzlar zur Verfügung. Ansonsten blieb der Kader weitgehend zusammen.

Es gelingt Hüttenberg seit Jahren bemerkenswert konstant, Talente aus der eigenen Jugend oder der Region an den Profihandball heranzuführen. Kapitän der jungen Mannschaft ist der 28-jährige Hendrik Schreiber, ebenfalls auf Rückraummitte. Noch mehr Erfahrung bringt lediglich der tschechische Kreisläufer Vit Reichl mit. Ein weiterer absoluter Schlüsselspieler ist David Kuntscher. Der 24-jährige Rückraumrechte führt nach zwei Spieltagen mit 22/10 Treffern die Torschützenliste der 2. HBL an. Beim deutlichen 42:34-Auftaktsieg gegen den TV Großwallstadt erzielte Kuntscher allein 16 Tore. Auch im zweiten Saisonspiel war er erfolgreich.

Am Mittwochabend musste sich Hüttenberg beim VfL Potsdam allerdings denkbar knapp mit 32:33 geschlagen geben. Dabei zeigte der TVH über weite Strecken seine typischen Stärken. Im Positionsangriff agierten die Mittelhessen geduldig und erspielten sich so Mitte der ersten Halbzeit eine Fünf-Tore-Führung. In der Abwehr setzte Hüttenberg auf eine aggressive Deckung, die im Verlauf der Partie auch im 4:2 bzw. 3:3 agierte. Die frühe Rote Karte gegen Abwehrchef Leif Haack veränderte die Partie jedoch. Mitte der zweiten Halbzeit lag der TVH seinerseits mit fünf Toren zurück, glich in der Schlussphase aber mehrfach wieder aus. Am Ende fehlte nur ein Moment: Mit der Schlusssirene kassierten die Blau-Weiß-Roten per Buzzer-Beater den entscheidenden Treffer.

Neben Kuntscher gehörten Kreisläufer Vit Reichl und Rechtsaußen Tim Rüdiger in Potsdam zu den erfolgreichsten Torschützen. Zwischen den Pfosten verfügt Hüttenberg mit Yahav Shamir und Simon Böhne zudem über ein starkes Torhütergespann. Charakteristisch bleibt die aggressive Abwehr, mit der der TVH seine Gegner vor schwierige Aufgaben stellt. Im Angriff lebt die Mannschaft vor allem von ihrem starken Rückraum. Auch das Sieben-gegen-Sechs gehört zum Repertoire der Mittelhessen, wie sie ebenfalls in Potsdam unter Beweis stellten.

Die jüngere Bilanz spricht derweil für die HSG. Von den vergangenen zehn Duellen mit Hüttenberg verlor Nordhorn-Lingen lediglich eines. Auch in der vergangenen Saison behielt die HSG in beiden umkämpften Begegnungen die Oberhand. Eine besondere Verbindung zum Spielort gibt es zudem auf Seiten der HSG: Rund 70 Kilometer südlich von Hüttenberg liegt Hanau – die Heimat von HSG-Kapitän Tarek Marschall. Der 26-Jährige führt aktuell mit 17 Feldtoren das Feldtore-Ranking der 2. HBL an.

Marschall blickt mit einem guten Gefühl auf die Partie in Hüttenberg. Mit Blick auf das vergangene Spiel gegen Hamm war er mit der ersten Halbzeit nicht zufrieden: Die Mannschaft sei „nicht bereit genug“ gewesen. Nach der Pause habe das Team dann eine deutlich bessere Abwehr gestellt, damit auch seinem Torwart mehr Paraden ermöglicht und offensiv viel konsequenter agiert. Auf das Spiel in Hüttenberg freut sich der Vater einer inzwischen drei Monate alten Tochter ebenfalls. Schon als Jugendlicher stand er gegen den TVH auf der Platte und kennt einige der heutigen Gegner noch aus dieser Zeit. „Es ist immer schön, in Hessen zu sein“, fügt der HSG-Kapitän hinzu. Gleichzeitig weiß er, dass die Spiele in Hüttenberg stets unangenehm sind: Die Halle sei zwar kleiner als die Arenen in Lingen oder Nordhorn, dafür aber immer bestens besucht. Und in Hüttenberg gebe es viele „verrückte Handballfans“ – was Marschall ausdrücklich positiv meint.

Anpfiff im Sportzentrum Hüttenberg ist am Samstag um 18 Uhr. Ein großer Dank geht schon jetzt an die HSG-Fans vor Ort. Für die hessische Äppler Crew wird die Fahrt nach Hüttenberg dabei zur kürzesten Auswärtsfahrt der gesamten Saison. Und wie immer ist die Partie auch ab 17:45 Uhr im Dyn-Livestream zu verfolgen.

Weitere News

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Bitte füllen Sie dieses Feld aus.
Bitte füllen Sie dieses Feld aus.
Bitte gib eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Sie müssen den Bedingungen zustimmen, um fortzufahren.