Reaktion zeigen gegen die Schwarz-Gelben aus der Vestestadt
Am kommenden Freitagabend um 19 Uhr trifft die HSG Nordhorn-Lingen im Nordhorner Euregium auf den HSC 2000 Coburg.
Den ersten Dämpfer der noch jungen Saison 2026/27 gab es für die HSG Nordhorn-Lingen am vergangenen Samstag am 3. Spieltag der 2. HBL. Nach zwei überzeugenden Auftaktsiegen – dem +3-Auswärtserfolg in Essen sowie dem souveränen Heimauftritt gegen Hamm – musste die Mannschaft von Trainer Mark Bult beim TV Hüttenberg eine bitter schmeckende 28:31-Niederlage hinnehmen. Bitter vor allem deshalb, weil die Rot-Weißen über 50 Minuten hinweg eine richtig gute Partie zeigten, das Geschehen weitgehend unter Kontrolle hatten und lange Zeit völlig verdient führten. Erst in der Schlussphase entglitt den Gästen das Spiel, als einige Ballverluste und Unkonzentriertheiten dem TVH das Comeback ermöglichten. Dennoch war der Auftritt in Mittelhessen über weite Strecken respektabel und zeigte einmal mehr das große Potenzial, das in dieser Mannschaft steckt.
Das sieht auch Rückraumspieler Oscar Gentzel so. Wenn er auf die ersten drei Partien zurückblickt, bescheinigt er seinem Team – mit Ausnahme der schwächeren ersten Halbzeit im Spiel gegen Hamm – eine durchweg gute, reife und souveräne Performance. Der Einsatz stimme, die kämpferische Einstellung auf der Platte sowieso: „Wir sind als Mannschaft sehr eng“, betont der 27-jährige Schwede auch die herausragende Chemie im Kader und lobt die Charaktere seiner Mitspieler. Dennoch verschließt der Rückraumakteur die Augen nicht vor den entscheidenden letzten zehn Minuten in Hüttenberg. In dieser kurzen, aber kritischen Phase habe seine Mannschaft schlichtweg zu viele Fehler gemacht, womöglich für einige Augenblicke die nötige Energie sowie den festen Glauben verloren und dem Gegner so mehrere Tore in Serie gestattet. Konkret sprach Gentzel überdies das eigene Spiel im Sieben-gegen-Sechs an, woran noch gearbeitet werden müsse.
Mit Blick auf die anstehende Aufgabe gegen den HSC 2000 Coburg fordert Gentzel vor allem zwei Qualitäten: viel Beweglichkeit und eine hohe Spielgeschwindigkeit. Die Gäste aus Oberfranken reisen mit der Empfehlung enormer Physis, viel Masse und einer extremen Zweikampfstärke an. Um gegen die Mannschaft von HSC-Chefcoach Anel Mahmutefendic – wie Mark Bult ebenfalls Niederländer an der Seitenlinie – zu bestehen, brauche es laut Gentzel eine kompromisslose Deckung im Verbund mit dem eigenen Torhüter sowie ein konsequentes Tempospiel über die erste und zweite Welle, um der massiven Coburger Abwehrreihe auszuweichen.
Der Gegner: Der HSC 2000 Coburg
Die rund 450 Kilometer anreisenden Schwarz-Gelben aus der oberfränkischen Vestestadt schlossen die vergangene Spielzeit auf dem 9. Tabellenplatz ab und wollen in dieser Saison weiter nach oben schielen. Der Auftakt der Coburger verlief allerdings eher durchwachsen: Einem knappen Pokalerfolg beim Drittligisten Oppenweiler folgte zum Ligastart eine hauchdünne -1-Niederlage gegen Potsdam. Am 2. Spieltag erlebte der HSC beim deutlichen Misserfolg in Hagen einen echten Dämpfer (-16), ehe am vergangenen Samstagabend im Heimspiel gegen Ferndorf die ersten zwei Zähler der Saison verbucht werden konnten.
Ähnlich wie die HSG in Hüttenberg führten die Coburger gegen Ferndorf fast über die gesamte Spieldauer. Doch die Gäste gaben nicht auf, agierten über weite Strecken mit dem siebten Feldspieler und stellten die Coburger Deckung damit vor Probleme. In der 58. Spielminute gelang Ferndorf schließlich der 30:30-Ausgleich. Und die dramatischen Schlusssekunden boten dann eine Szene mit Kuriositätswert: Als der Ball im Toraus war, reagierte ein für das Bodenwischen zuständiger junger Mann am Spielfeldrand blitzschnell und warf dem Coburger Planinšek den Ball zu. Dieser schaltete blitzschnell und bediente seinen Kreisläufer „Bartek“ Bis, der nach diesem schnellen „Eckwurf“ per Buzzer-Beater den umjubelten 31:30-Siegtreffer ins Netz feuerte. Eine Szene, die Erinnerungen an das Länderspiel der deutschen Fußballnationalmannschaft gegen Italien wachrief, als ein Balljunge Joshua Kimmich die schnelle Ausführung eines Eckstoßes ermöglichte, der zum Tor führte. Bereits im ersten Durchgang war Bis übrigens ein fast identisches Kunststück gelungen.
Neben Abwehrrecke Bis und Kapitän Jakob Knauer (Rückraum rechts) verfügt das Team aus der Vestestadt über eine enorme Kaderdichte. Im Gehäuse zieht der griechische Nationaltorhüter Petros Boukovinas regelmäßig den Gegnern den Zahn, während am Kreis mit Bartek Bis, Nils Röller und dem routinierten Kroaten Tin Kontrec gewaltige Physis aufgeboten wird. Den Abgang der Leistungsträger Helmersson und Valkovskis kompensierte der HSC prominent: Der ehemalige Torschützenkönig der 2. HBL, Savvas Savvas aus Griechenland, sowie der u. a. aus Emsdetten bestens bekannte Sven Weßeling schlugen sofort ein und führen die interne Torschützenliste der Oberfranken an. Als Taktgeber auf der Rückraum-Mitte-Position fungiert meist der Kroate Marin Lisac.
Der Direktvergleich zwischen beiden Teams ist nahezu ausgeglichen und verspricht wieder ein enges, umkämpftes Duell. In der vergangenen Saison behielten die Bult-Schützlinge im Heimspiel in Lingen mit +4 die Oberhand, während das Rückspiel Mitte April in Coburg mit -4 verloren ging. Die Vorzeichen für einen packenden Schlagabtausch stehen also wieder gut. Die HSG brennt darauf, die Schlussminuten von Hüttenberg vergessen zu machen und gemeinsam mit dem heimischen Publikum in der Halle die nächsten zwei Punkte einzufahren!
Im Anschluss an die Partie ist die Kellerbar im Euregium für alle Handballfans geöffnet – dazu eine herzliche Einladung an alle Rot-Weißen, den Spieltag gemeinsam ausklingen zu lassen! PS: Wer nicht vor Ort im Euregium unterstützen kann, hat wie gewohnt die Möglichkeit, das Spiel ab 18:45 Uhr im kostenpflichtigen Livestream bei Dyn zu verfolgen.





