Nach der leidenschaftlichen Aufholjagd beim 31:31-Unentschieden vor zwölf Tagen gegen Coburg richtet sich der Blick der HSG Nordhorn-Lingen voll auf das nächste Ligaspiel. Am Mittwochabend um 19:30 Uhr gastiert die Mannschaft von Cheftrainer Mark Bult bei den Eulen Ludwigshafen. Austragungsort ist die traditionsreiche Friedrich-Ebert-Halle – von vielen Handballfans ehrfurchtsvoll nur „Ebert-Hölle“ genannt.
Für die HSG bietet das Nachholspiel eine besondere Chance: Mit aktuell 5:3 Punkten ist der Saisonstart durchaus geglückt. Ein doppelter Punktgewinn in der Pfalz würde bedeuten, dass die Rot-Weißen den von der HBL auferlegten Sechs-Punkte-Abzug bereits vorzeitig mehr als wettgemacht hätten.
Ergebniskrise bei den Hausherren – Vorsicht vor der „Ebert-Hölle“
Die gastgebenden Eulen Ludwigshafen, die bis 2018 als TSG Friesenheim aufliefen und die vergangene Spielzeit auf dem 13. Tabellenplatz beendeten, erwischten einen holprigen Start in die Saison. Das Team von Ex-Nationalspieler Michael Haaß verbuchte aus den ersten vier Partien lediglich einen Sieg – einen knappen 31:30-Erfolg gegen Großwallstadt. Zuletzt setzte es für die Pfälzer eine 19:23-Niederlage beim Spitzenreiter 1. VfL Potsdam.
In Potsdam war allen voran die Offensive das Sorgenkind der Eulen: 19 erzielte Treffer bedeuten Minusrekord in der laufenden Zweitliga-Saison. Bei insgesamt 11 technischen Fehlern und 22 Fehlwürfen fehlte es dem Team um die beiden Rückraumspieler Friedrich Schmitt und Marc-Robin Eisel an Wurfeffizienz. Personell gab es zudem Sorgen: Unter anderem Spielmacher Vincent Bülow und Abwehrhüne Mihailo Ilic fehlten zuletzt. Allerdings erhalten die Pfälzer kurzfristige Verstärkung: Der im Sommer zunächst für zwei Monate verpflichtete Kreisläufer Sebastian Bösing wird am Mittwoch sein Debüt im Eulen-Trikot geben.
Auf jeden Fall ist die HSG gewarnt. Vor allem die Kulisse verlangt den Gästen regelmäßig alles ab. HSG-Spielmacher Elmar Erlingsson blickt dennoch voller Vorfreude auf die Partie: „Ich finde die Halle richtig cool, die Stimmung dort ist immer gut. Und die Trommler sind so nah an unserer Bank, dass wir uns selbst manchmal nicht verstehen können.“
Erlingsson übernimmt Verantwortung – Gute Bilanz spricht für die HSG
Der isländische Regisseur hat in dieser Spielzeit noch mehr Verantwortung übernommen – eine Rolle, die er ganz bewusst annimmt. Mit dem bisherigen Saisonverlauf zeigt sich der Mittelmann zufrieden, hebt aber vor allem die Einstellung und die kämpferische Leistung hervor: „Unsere Mannschaft hat trotz der bekannten Probleme von Anfang an sehr viel Leidenschaft gezeigt. Jeder Spieler zeigt, dass er hier sein will.“
Nebenbei gibt es für Elmar auch abseits des Feldes erfreuliche Nachrichten: Sein Vater Erlingur Richardsson übernimmt ab sofort wieder eine Trainerposition in Deutschland und heuert beim Traditionsverein GWD Minden an. Damit kommt es Mitte November zum Vater-Sohn-Duell auf der Platte. Richardsson war übrigens der Vorvorgänger von Mark Bult als niederländischer Nationaltrainer – eine Aufgabe, die Bult von nun an in Personalunion zu seiner Arbeit bei der HSG übernimmt. „Das zeigt einfach, dass wir einen wirklich guten Trainer haben“, freut sich Erlingsson für seinen Coach.
Der direkte Vergleich spricht am Mittwoch für die Gäste: Seit dem gemeinsamen Erstliga-Abstieg im Jahr 2021 trafen beide Teams zehnmal aufeinander. Sieben dieser Duelle entschied Nordhorn-Lingen für sich, drei gingen an die Eulen. Auch in der vergangenen Saison behielt die Bult-Sieben doppelt die Oberhand – beim souveränen 26:20-Auswärtssieg am Tag vor Heiligabend sowie beim 31:26 am 1. Mai in Lingen.
Die HSG Nordhorn-Lingen bedankt sich schon jetzt herzlich bei ihren treuen Auswärtsfans. Für alle Daheimgebliebenen überträgt der Streamingdienst Dyn die Begegnung live ab 19:15 Uhr.
Vor unserer Mannschaft liegt zudem eine englische Woche: Bereits am Samstag kommt der VfL Eintracht Hagen ins Euregium nach Nordhorn. Beginn der Partie ist um 19:30 Uhr. Tickets könnt ihr euch hier sichern.






