HSG unterliegt dem TuS Ferndorf mit 30:33

HSG unterliegt dem TuS Ferndorf mit 30:33

Die HSG Nordhorn-Lingen musste sich am Sonntag in der EmslandArena dem TuS Ferndorf mit 30:33 (13:16) geschlagen geben. Über die gesamte Spieldauer hinweg lag die Mannschaft von Cheftrainer Mark Bult zurück und ging bereits mit einem Drei-Tore-Rückstand in die Halbzeitpause. Im Gegensatz zu den jüngsten Partien, in denen die HSG mehrfach eindrucksvolle Aufholjagden zeigte, gelang die Wende diesmal nicht. Die Gäste aus dem Siegerland zogen ihren Matchplan konsequent bis zum Schlusspfiff durch, während die Hausherren auch nach dem Wechsel nie näher als auf zwei Treffer herankamen. Es war schlichtweg nicht der Tag der HSG, wohingegen bei den Gästen fast alles wie am Schnürchen lief. Durch dieses Resultat ist das Punktekonto beider Teams mit 8:8 Zählern nun ausgeglichen, wobei der HSG bekanntlich am Saisonende sechs Punkte abgezogen werden. Der Spielbericht wird präsentiert von der Bentheimer Eisenbahn.

Vor der Kulisse von 2.229 Zuschauern in der EmslandArena – darunter rund 100 Fans aus dem gut 250 Kilometer entfernten Ferndorf – wurde die Partie von einem jungen Schiedsrichterinnen-Gespann geleitet. Personell gab es zudem auf Seiten der Gäste ein positives Vorzeichen: Kapitän Michel kehrte nach überstandenem Hexenschuss in den Kader zurück.

Zäher Auftakt und frühe Ferndorfer Führung

Bei den Hausherren lenkte zunächst Erlingsson das Spiel, der vor diesem Spieltag ligaweit als bester Assistgeber geführt worden war. Heute sollte es jedoch nicht sein Tag werden. Und die Begegnung begann für die HSG auch direkt alles andere als optimal. Beide Teams starteten in der klassischen Sechs-gegen-Sechs-Formation, doch die Siegerländer erwischten den wesentlich besseren Start. Hideg blockte den ersten Wurfversuch von Erlingsson und vollendete im Gegenzug zur Führung der Gäste, die schnell auf 0:2 stellten. Die Bult-Sieben mühte sich um Anschluss: Hüter erarbeitete den ersten Siebenmeter, den Lux zum 1:2 verwandelte. Doch Ferndorf antwortete postwendend. Über einen weiteren Strafwurf durch Topscorer Mundus sowie ein erfolgreiches Anspiel an den Kreis im nun doch praktizierten Sieben-gegen-Sechs setzten sich die Gäste früh auf 2:5 ab.

Während HSG-Keeper Ligarzewski zunächst kaum eine Hand an den Ball bekam, lief der Ferndorfer Schlussmann Adanir direkt zu Beginn heiß. Der türkische Nationaltorhüter, der in den vergangenen Wochen noch keine Topquoten verzeichnen konnte, parierte bereits in der Anfangsphase mehrfach glänzend. Zwar verkürzte Ruddat auf 3:5 und Wilhelm setzte sich am Kreis zum 4:5 durch, doch im Aufbauspiel der Rot-Weißen fehlte die nötige Präzision. Erlingsson scheiterte zudem mit einem Siebenmeter an Adanir, der kurz darauf einen weiteren Strafwurf von Lux parierte.

Dank Einzelaktionen von Hüter sowie einem Schlagwurf von Marschall blieb die HSG beim 6:7 und 7:8 (15.) vorerst in Schlagdistanz. Doch dann drehte der Ferndorfer Rückraum auf: Allen voran der Niederländer Jansen drückte der Partie vor den Augen seines neuen Nationaltrainers Mark Bult seinen Stempel auf. Mit Toren aus der Distanz schraubte er den Vorsprung der Gäste in der 18. Minute erstmals auf vier Tore zum 7:11 hoch.

Bult fordert Effizienz – Ferndorf bleibt unbeeindruckt

Mark Bult reagierte und nahm seine erste Auszeit. Im Gegensatz zur Vorwoche in Emsdetten blieb der Coach diesmal besonnen und gab klare taktische Anweisungen. Dabei brachte er die Hauptursache des Rückstands auf den Punkt: „Wir verwerfen zu viel.“ Tatsächlich lag die Wurfeffektivität der Hausherren im ersten Durchgang nur bei 54 %, während der TuS mit 89 % glänzte.

Hoogland übernahm nun die Regie im Rückraum für den glücklosen Erlingsson. Über weitere Siebenmeter kämpfte sich die HSG zwar wieder auf 11:13 heran, doch Ferndorf zeigte sich extrem variabel und unbeeindruckt. Selbst in arger Bedrängnis – wie bei einem einzigen verbleibenden Pass nach einem Eckball – kamen die Siegerländer zum Torerfolg. Als Helmersson, der nach langer Verletzungspause sein Können zeigte, aus der Distanz zum 12:16 traf, war der Vier-Tore-Vorsprung wieder hergestellt. Lux verkürzte mit dem siebten Siebenmeter der ersten Hälfte immerhin auf den 13:16-Pausenstand.

Kämpferische HSG scheitert an Adanir und der Chancenverwertung

Zum zweiten Durchgang wechselte Bult im Tor und brachte Tschentscher für Ligarzewski. Ferndorf agierte erneut im Sieben gegen Sechs und behauptete den Vorsprung hartnäckig. Zwar verkürzten Hüter und Lux (per Siebenmeter) auf 15:18 und 17:19, doch wann immer die Chance zum Umschwung da war, fehlten das letzte Quäntchen Glück oder die nötige Konsequenz.

In der 37. Minute traf Hoogland zum 18:20, ehe der Ex-Ferndorfer Duvancic einen Ballgewinn zum 19:21 ins leere Gehäuse der Gäste veredelte. Die EmslandArena schöpfte Hoffnung. Als Maximilian Lux nach einem herrlichen Einlaufen vom Kreis seinen bereits achten Treffer zum 20:22 markierte, schien das Spiel tatsächlich kippen zu können. Ferndorfs Trainer Klatt zog beim Stand von 20:22 (40.) die Bremse und nahm eine Auszeit.

Nach dem Timeout erarbeitete sich die HSG mehrfach die Chance zum so wichtigen Anschlusstreffer. Tschentscher parierte spektakulär gegen Jansen, doch im anschließenden Positionsangriff scheiterte die Bult-Sieben erneut am starken Adanir, der mit insgesamt 12 Paraden eine persönliche Saisonbestleistung aufstellte.

Vorentscheidung in den Schlussminuten

In der 48. Minute nahm Bult beim Stand von 21:24 seine nächste Auszeit und stellte das Angriffsspiel ebenfalls auf den siebten Feldspieler um: „Ruhig bleiben“, schärfte er seinen Mannen ein. Doch das nun eingegangene Risiko zahlte sich nicht aus. Ein technischer Fehler im Spielaufbau führte umgehend zum 21:25. Zwar verkürzte Marschall mit einem Doppelschlag nochmals auf 23:25 (50.), doch eine anschließende Zeitstrafe gegen den HSG-Kapitän raubte den Rot-Weißen den Schwung.

In Unterzahl kassierte die HSG die Treffer zum 23:27. Und spätestens als Adanir gut fünf Minuten vor dem Ende erneut herausragend gegen Marschall parierte und Helmersson im Gegenzug die erste Fünf-Tore-Führung der Gäste zum 24:29 erzielte, war die Vorentscheidung gefallen. Das 25:30 ins leere HSG-Tor besiegelte die Niederlage endgültig. Am Ende stand eine verdiente 30:33-Heimniederlage zu Buche.

Beste Werfer auf Seiten der HSG waren Marschall mit 9 Treffern sowie Lux (8/5). Bei den siegreichen Gästen überragten Jansen (8), Mundus (7/3) sowie Helmersson (5 von 5). Auch Ferndorfs Kapitän Michel zeigte am eigenen Kreis eine imposante Leistung und steuerte zudem drei Tore zum Auswärtserfolg bei.

Der Ex-Ferndorfer Valentino Duvancic zeigte sich nach dem Abpfiff selbstkritisch: „Wir haben uns das ganz anders vorgestellt. Wir haben alles gegeben, aber in den Schlüsselmomenten die Bälle verworfen oder in der Abwehr gepennt. Es war einfach nicht unser Tag.“ Tom Jansen lobte hingegen die geschlossene Mannschaftsleistung der Gäste, bei der „jeder 110 Prozent gegeben“ habe. Die Partie vor den Augen seines Nationaltrainers habe ihm dabei durchaus Extra-Motivation verliehen.

Schwere Aufgabe in Potsdam und Heimspiel im Euregium voraus

Viel Zeit zum Verarbeiten der Niederlage bleibt dem Team von Mark Bult nicht. Bereits am kommenden Freitag, den 23. Oktober, bestreitet die HSG ihr Auswärtsspiel beim Tabellenfünften 1. VfL Potsdam (12:4 Punkte), der nach zuvor sechs Siegen in Serie zuletzt knapp in Schwartau unterlag. Das nächste Heimspiel im Nordhorner Euregium steigt am Sonntag, den 1. November, um 17 Uhr. Zu Gast ist dann der aktuell auf Platz 15 rangierende Dessau-Roßlauer HV. Tickets für die Partie gibt es hier.

 

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