Zu viele Fehler: HSG verliert beim 1. VfL Potsdam mit 31:25
Der Sieg des 1. VfL Potsdam über die HSG Nordhorn-Lingen am Freitagabend war am Ende so verdient wie souverän. Die Rot-Weißen kamen in der zweiten Halbzeit nie näher als auf drei Tore heran, während die Gastgeber wie eine echte Spitzenmannschaft agierten und ihren Vorsprung in der MBS Arena sukzessive ausbauten. Kleinere Schwächephasen der Potsdamer wussten die Männer von Trainer Bult nicht auszunutzen. Am Ende machte vor allem die zu hohe Zahl von 15 technischen Fehlern den Unterschied, mit der bei einem Topteam schlicht nicht zu bestehen ist. Damit ist das Punktekonto der HSG mit 8:10 Zählern zum ersten Mal in dieser Saison negativ. Die Brandenburger feierten indessen ihren siebten Sieg im neunten Saisonspiel und untermauerten ihren Platz in der Spitzengruppe der 2. HBL. Der Spielbericht wird präsentiert von der Bentheimer Eisenbahn.
Für die schwere Auswärtsaufgabe in der brandenburgischen Landeshauptstadt nahm Cheftrainer Bult personelle Veränderungen vor: Im Tor begann Tschentscher, während Thiel in der Startformation stand. Er gehörte mit dem zuvor noch angeschlagenen Wilhelm sowie Duvancic, Erlingsson, Marschall sowie Lux und Ruddat offensiv zur Anfangs-Sieben, die direkt mit dem siebten Feldspieler agierte.
Gleich der Start in die Partie verlief unglücklich. Den ersten technischen Fehler nutzten die Hausherren zur Führung, und nach einem weiteren Ballverlust sowie dem ersten Siebenmeter der Gastgeber hieß es 1:3. Nach Treffern von Thiel und Duvancic schien die HSG besser in den Rhythmus zu finden, und nach einem Tempogegenstoß von Wilhelm jubelten die Rot-Weißen über die erste und letztlich einzige Führung des Abends (3:4, 11.).
Potsdam antwortete prompt und zog durch Treffer aus dem Rückraum wieder vorbei (6:4). Zwar hielt Marschall sein Team im Rennen, doch das Spiel der HSG blieb fehleranfällig. Und Nordhorn-Lingen fand gegen die taktische Variante der Hausherren – Coach Kurtagic ließ Potsdam lange ohne Kreisläufer und stattdessen mit vier Rückraumspielern agieren – nur schwer Mittel. Nach einer Zeitstrafe gegen Wilhelm zogen die Adler auf 9:6 davon (18.).
Zwar verwandelte Lux einen Siebenmeter zum 9:7, Erlingsson traf zum 10:8 und nach einem Treffer von Ruddat stand es 11:9 – zum letzten Mal betrug der HSG-Rückstand nur zwei Tore (20.). Doch Ballverluste blieben Gift. Nach einem Empty-Net-Tor führte der Gastgeber erstmals mit vier Toren (13:9, 21.).
Tschentscher hielt mehrmals stark, doch Potsdam baute den Vorsprung durch gelungene Eins-gegen-Eins-Aktionen aus. Auf der anderen Seite kam die HSG gegen den guten Rückzug der Potsdamer kaum ins Tempospiel. Trainer Bult stellte wieder auf das Sechs-gegen-Sechs-Angriffsspiel um, aber der Rückstand wuchs weiter: Nach einer Zeitstrafe gegen Gentzel traf Potsdam zum 17:12. Kurz vor der Pause holte Hüter in Unterzahl noch einen Siebenmeter heraus und der bis dahin auffällige Savini sah die Rote Karte, doch Höler parierte den fälligen Strafwurf. Immerhin verkürzte Duvancic Sekunden vor der Sirene zum 17:13-Pausenstand. Zu diesem Zeitpunkt hatten sich bei den Gästen bereits neun technische Fehler angesammelt (Potsdam: drei).
Auch nach dem Seitenwechsel lief die HSG dem Rückstand hinterher. Wie schon einmal in der ersten Hälfte traf Potsdam nun gleich zweimal hintereinander mit dem jeweils allerletzten Wurf vor dem drohenden Zeitspiel. Das 18:13 und das fast exakt kopierte 19:13 schlugen hinter Ligarzewski, der mittlerweile das Tor hütete, ein und schraubten den Vorsprung der Adler weiter nach oben. Zwar zeigte der gut aufgelegte Erlingsson im weiteren Verlauf sein Können – sowohl als Vollstrecker als auch als Assistgeber (unter anderem auf Wilhelm zum 21:18 in der 39. Minute) – doch die Potsdamer blieben abgeklärt. Immer wieder hielt Keeper Höler (am Ende 14 Paraden), und die Hausherren bestraften die Ballverluste der Gäste gnadenlos. Näher als auf drei Tore (23:20; 43.) kam die Bult-Sieben nicht mehr heran.
In der Schlussphase stellten die Gäste beim Stand von 27:21 nochmals auf den siebten Feldspieler um und fokussierten sich im Time-Out: „Wir hören nicht auf, wir kämpfen weiter“. Doch Potsdam gab sich keine Blöße mehr. Der Rückraum der Adler schraubte das Ergebnis kurz vor dem Ende auf acht Tore Vorsprung, ehe Lux und Thiel mit den letzten Treffern den 31:25-Endstand besiegelten. Bei den Gästen trafen Erlingsson (6/1) und Lux (5/1) schließlich insgesamt am häufigsten. Den treuen HSG-Fans vor Ort gebührt einmal mehr in großes Dankeschön!
Nach der rund 470 Kilometer langen Rückreise bleiben der Mannschaft acht Tage bis zur nächsten Partie: Am Sonntag, den 1. November, empfängt die HSG den Dessau-Roßlauer HV. Anwurf ist um 17 Uhr im Euregium, ehe eine Länderspielpause ansteht.







