Björn Zintel geht – Emiel Hoogland kommt

Björn Zintel geht – Emiel Hoogland kommt

Die HSG Nordhorn-Lingen wird ihren Weg in der kommenden Saison ohne Kapitän Björn Zintel fortsetzen. Nach zwei Jahren im HSG-Trikot verabschiedet sich der Spielmacher – und hinterlässt dabei deutliche Spuren. Gleichzeitig stellt die HSG weiter die Weichen für die Zukunft: Mit dem Niederländer Emiel Hoogland wechselt zur neuen Saison ein junger Spielmacher von Hurry-Up Zwartemeer zum Zwei-Städte-Team.

Als Zintel im Sommer 2024 aus Hamm zur HSG wechselte, brachte der heute 30-Jährige reichlich Erfahrung mit. Seine Qualität und Konstanz hatte der Spielmacher zuvor auch schon in der 1. Liga gezeigt. Bei Nordhorn-Lingen teilte sich Zintel die Regie in den vergangenen beiden Jahren mit Elmar Erlingsson – und überzeugte dabei nicht nur mit starken Leistungen auf dem Feld. Seine Einstellung, Professionalität und positive Art machten ihn schnell zu einem zentralen Bestandteil der Mannschaft, zu dessen Kapitän er von Trainer Bult direkt ernannt worden war. Er ging als unbestrittener Führungsspieler voran und war auch abseits des Handballparketts eine wichtige Identifikationsfigur.

Gemeinsam mit seiner Frau Lisa fühlte sich Zintel in der Grafschaft von Beginn an wohl. Sohn Karl kam im Februar 2026 in Nordhorn zur Welt – „unser größtes Geschenk“, wie Zintel sagt. Mit etwas Wehmut blickt der Spielmacher nun auf seine Zeit bei der HSG zurück. „Es gab Höhen und Tiefen“, sagt Zintel. „Das Projekt hat mich damals total gereizt. Und sportlich war auch definitiv eine gute Entwicklung da.“ Bereits der mit einem runderneuerten Team erreichte sechste Platz in der Vorsaison sei ordentlich gewesen, und in der laufenden Spielzeit habe das Team nicht nur punktemäßig noch einmal einen Schritt gemacht.

Björn Zintel verschweigt nicht, dass die ursprünglichen Ziele letztlich unerreicht geblieben sind. „Natürlich wollten wir mehr. Und ich glaube, im dritten Jahr wäre sportlich ein weiterer Sprung möglich gewesen.“ Dass die Entscheidung gegen eine weitere Zusammenarbeit nicht aus sportlichen Gründen getroffen wurde, sondern vor allem den bekannten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen geschuldet ist, bedauert der Spielmacher, nimmt sie aber professionell und ohne Groll an. „Ich wünsche der Mannschaft und jedem Einzelnen nur das Beste. Die Jungs sollen fleißig bleiben und ihren Weg gehen. Man sieht sich im Leben immer zweimal – manchmal auch dreimal oder öfter.“ Die HSG Nordhorn-Lingen bedankt sich bei Björn Zintel für seinen unermüdlichen Einsatz auf dem Feld, seine starke Führung und seinen wichtigen Beitrag, den er in den vergangenen zwei Jahren sportlich wie menschlich geleistet hat, und wünscht ihm sowie seiner Familie für die Zukunft nur das Beste.

Gleichzeitig richtet sich der Blick nach vorne: Mit dem Niederländer Emiel Hoogland verpflichtet Nordhorn-Lingen einen jungen Spielmacher mit großem Potenzial. Der in Zwartemeer aufgewachsene Rückraumspieler wechselt vom dortigen Erstligisten Hurry-Up zur HSG. Der 21-jährige Hoogland gehört seit drei Jahren zur ersten Mannschaft des Clubs, entwickelte sich dort zum Leistungsträger und übernahm viel Verantwortung – nicht nur als sicherer Siebenmeter-Schütze. In der vergangenen Saison erreichte sein Team das Play-Off-Halbfinale um die niederländische Meisterschaft sowie das Pokalfinale, nach dessen Hinspiel er emotional verabschiedet wurde.

Emiel Hoogland, der früher auch sehr gut Fußball spielte, entschied sich bewusst für den Wechsel zur HSG. „Für mich ist das ein großer, aber der richtige nächste Schritt“, sagt der Niederländer, der den Verein bereits gut kennt. Seit Mark Bult Coach der Nordhorner ist, trainierte Hoogland bereits häufig mit dem HSG-Team und verfolgte auch schon Heimspiele in Nordhorn und Lingen live. Auch deshalb fiel ihm die Entscheidung leicht. In Zwartemeer wird Hoogland wohnen bleiben und künftig zum Training pendeln. Er lernt weiter fleißig Deutsch, um zur neuen Saison auch sprachlich sofort die Fäden in der Hand halten zu können.

Sportlich bringt Hoogland viel Dynamik und Spielintelligenz mit. „Vielleicht ist meine Stärke, dass ich manche Situationen früher sehe als andere und dann schnell reagieren kann“, beschreibt er sich selbst. Emiel durchlief die niederländischen Jugend-Nationalmannschaften und stand zuletzt – wie der zwei Monate ältere HSG-Spieler Kyan van Berlo – auch auf Abruf für die Europameisterschaft 2026 bereit. Bei den Rot-Weißen wird Hoogland künftig mit der Rückennummer 18 auflaufen – und damit die bewährte Tradition niederländischer Spieler bei der HSG fortsetzen.

Trainer Mark Bult bedauert den Abgang seines Kapitäns Björn Zintel, dessen Qualität und Erfahrung ab dem Sommer zweifellos fehlen werden. Gleichzeitig freut er sich jedoch über den hochkarätigen Ersatz: „Emiel hat mit seinen erst 21 Jahren bereits eine extrem gute Entwicklung genommen. Bei seinem Verein hat er schon viel Verantwortung übertragen bekommen, geht mutig voran und hat seine Klasse gerade auch in den entscheidenden Play-Offs und im Pokal unter Beweis gestellt. Er gibt dem Spiel viel Struktur, macht wichtige Tore und bringt enorme Schnelligkeit sowie Dynamik mit. Sein Eins-gegen-eins ist stark und er ist für sein Alter schon erstaunlich weit und erwachsen im Kopf. Emiel ist mit Sicherheit ein sehr talentierter Spieler, an dem wir viel Freude haben werden.“

Die HSG Nordhorn-Lingen heißt Emiel Hoogland schon jetzt herzlich willkommen.

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