Der dritte HSG Premium Cup war weit mehr als ein hochkarätig besetztes Vorbereitungsturnier. Genau 300 Tore fielen in den vier Partien, also 75 im Schnitt, rund 6.000 Zuschauer besuchten an den beiden Tagen das Nordhorner Euregium – und sie erlebten ein Wochenende voller Weltklasse-Handball, großer Emotionen und besonderer Begegnungen.
Schon beim Betreten der Halle war zu spüren, dass dieses Wochenende etwas Besonderes werden würde. Zwischen den zahlreichen rot-weißen Trikots der HSG Nordhorn-Lingen waren vereinzelt auch Trikots des FC Barcelona und immer wieder Shirts der Füchse Berlin zu entdecken. Unter den Fans der Grün-Weißen im Euregium waren viele mit längerer Anreise dabei – unter anderem aus dem Ruhrgebiet, aus Hessen und aus Halle an der Saale. Kirsten und Heiko hatten sogar einen besonderen Grund für ihren Besuch: Sie feierten ihren 32. Hochzeitstag im Euregium. Statt eines klassischen Geschenks gab es Weltklasse-Handball – und davon reichlich.
Am ersten Turniertag herrschten in der Halle nahezu tropische Temperaturen. Und während draußen der Regen für etwas Abkühlung sorgte, wurde es im Euregium zunehmend heiß. Die Klatschpappen erfüllten deshalb zeitweise eine doppelte Funktion: Sie machten ordentlich Lärm und dienten zugleich als Fächer. Der Stimmung tat die Hitze allerdings keinen Abbruch. Im Gegenteil: Mit jeder spektakulären Aktion in den spannenden Spielen wurde die Atmosphäre intensiver.
Besonders beeindruckend war dabei die Nähe zwischen Stars und Fans. Schon nach dem ersten Halbfinale zwischen Paris Saint-Germain und den Füchsen Berlin bildeten sich hinter dem Euregium lange Schlangen. Vor allem viele junge Handballfans warteten geduldig auf ihre Idole. Und sie wurden nicht enttäuscht: Mathias Gidsel und Co. nahmen sich ebenso Zeit für Autogramme und Selfies wie anschließend die Spieler der anderen Teams.
Überhaupt präsentierten sich die internationalen Stars ausgesprochen nahbar. Die Nationalspieler aus Deutschland, Dänemark, Frankreich, Spanien, Island, Schweden, Norwegen, Portugal und vielen weiteren Ländern standen auf dem Spielfeld für Handballsport auf höchstem Niveau. Abseits der Platte nahmen sie sich viel Zeit für die Fans, schrieben Autogramme, posierten für Fotos und begegneten ihnen mit großer Offenheit und Geduld. Dass sich viele der Spieler teilweise seit Jahren aus Länderspielen, EM- und WM-Turnieren kennen und auch abseits des Spielfelds freundschaftlich miteinander umgingen, verlieh dem Turnier zusätzlich eine besondere Atmosphäre.
Sportlich bot das Wochenende ebenfalls alles, was man sich von einem solchen Turnier wünschen konnte – und vor allem jede Menge Tore. 300 Treffer fielen in den vier Partien, durchschnittlich 75 pro Spiel. Die Füchse Berlin setzten sich im ersten Halbfinale mit 31:28 gegen Paris Saint-Germain durch, Barcelona bezwang die HSG Nordhorn-Lingen mit 44:41. Im Spiel um Platz drei unterlag die HSG PSG mit 38:44. Den Turniersieg sicherte sich schließlich der FC Barcelona mit einem 39:35-Erfolg im Traumfinale gegen die Füchse.
Doch für die HSG war das Ergebnis nur ein Teil der Geschichte. Zum Zeitpunkt des Premium Cups war die Situation rund um den Verein angesichts der damaligen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen alles andere als einfach. Umso bemerkenswerter waren die beiden Auftritte der Mannschaft von Mark Bult gegen Barcelona und Paris. Gegen die beiden Weltklasse-Teams hielt die HSG über weite Strecken eindrucksvoll mit und brachte das Euregium mehrfach zum Kochen. Gerade für die jungen Spieler und die Neuzugänge, die bei den ersten beiden HSG Premium Cups noch nicht dabei waren, war es zudem eine besondere Erfahrung, erstmals Weltklasse-Handball im eigenen „Wohnzimmer“ hautnah mitzuerleben. Und so wurde die HSG selbst zu einem wichtigen Teil des besonderen Cup-Flairs. Die Mannschaft bot zweimal starke Leistungen – und die Fans honorierten diese Performance mit begeistertem Support und langanhaltendem Applaus.
Dass ein solches Wochenende überhaupt in dieser Form stattfinden konnte, ist schließlich auch vielen Menschen zu verdanken, die nicht im Rampenlicht standen. Ein großes Dankeschön gilt der Agentur GRANDSLAM International um Managing Director René Cloo, die den HSG Premium Cup bereits zum dritten Mal organisierte und erneut für einen reibungslosen Ablauf sorgte. René Cloo zeigte sich im Rückblick rundum zufrieden: „Ich bin extrem stolz. Wir hatten vorher einen Plan im Kopf und haben fast alles bekommen, was wir uns gewünscht haben.“ Das Feedback aller Beteiligten sei durchweg positiv gewesen – nicht zuletzt dank der akribischen Organisation rund um Hotels, Verpflegung, Trainingszeiten, ganz viel Kommunikation und vielem mehr sowie dem flexiblen Eingehen auf spontane Wünsche.
Ein solches Großevent funktioniere jedoch nur im Kollektiv: „All das war nur möglich, weil die HSG vor allem bei der Durchführung vor Ort so maßgeblich mitgeholfen hat“, betonte Cloo mit Blick auf die enge Kooperation mit der HSG-Geschäftsstelle und den unermüdlichen Einsatz der zahlreichen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer der HSG Nordhorn-Lingen, die an beiden Tagen dafür sorgten, dass sich Mannschaften, Fans und Gäste rundum wohlfühlten. Wenn die Rahmenbedingungen es zulassen, hat René Cloo die klare Hoffnung und das Ziel, den HSG Premium Cup auch 2027 wieder auszurichten.
Der dritte HSG Premium Cup hat damit einmal mehr gezeigt, was Handball ausmachen kann: Weltklasse auf der Platte, Begeisterung auf den Rängen und Begegnungen, die weit über das eigentliche Spiel hinausgehen. Zwei Tage lang war das Euregium ein Ort, an dem große Namen ganz nah waren – und an dem vor allem eines zu spüren war: die pure Freude am Handball.






