Am Samstagabend um 19:30 Uhr herrscht wieder Hochbetrieb im Euregium. Die HSG Nordhorn-Lingen empfängt am 6. Spieltag der 2. Handball-Bundesliga den aktuellen Tabellendritten Eintracht Hagen zu einem packenden Duell. Die Begegnung verspricht hohe Intensität, hochklassigen Handball und viel Spannung.
Die Mannschaft von Cheftrainer Mark Bult reist mit breiter Brust und ordentlich Rückenwind an. Erst am Mittwochabend feierte die HSG einen beeindruckenden 33:29 (14:18)-Auswärtserfolg bei den Eulen Ludwigshafen. Wie schon zum Saisonauftakt gegen Hamm und jüngst beim Remis gegen Coburg zeigte das Team nach der Pause eine deutliche Leistungssteigerung. Aus einem Sechs-Tore-Rückstand kurz vor der Halbzeit machten die Rot-Weißen im zweiten Durchgang dank variabler 7-gegen-6-Offensive und einer deutlich besser funktionierenden Abwehr einen verdienten Auswärtssieg. Mit nun 7:3 Punkten hat die HSG den von der HBL auferlegten Sechs-Punkte-Abzug bereits nach fünf Spielen komplett wettgemacht und das Punktekonto sportlich ins Positive gedreht. Bester Torschütze beim Coup in der Pfalz war Maximilian Lux mit neun Treffern.
Formstarke Westfalen greifen nach den Aufstiegsplätzen
Mit Eintracht Hagen wartet nun allerdings ein wohl noch stärkeres Kaliber auf Marschall und Co. Die Grün-Gelben, die in der abgelaufenen Spielzeit einen hervorragenden 5. Platz belegten, sind glänzend in die neue Saison gestartet. Vier Siege aus fünf Partien bedeuten aktuell Platz 3 in der Tabelle. Auch im DHB-Pokal unterstrichen die Westfalen ihre gute Form: Durch einen Sieg beim HSG-Bezwinger Longericher SC zogen sie ins Achtelfinale ein. In der Meisterschaft setzte sich Hagen zuletzt im umkämpften Südwestfalen-Derby gegen den TuS Ferndorf mit 25:22 durch. Schlüssel für diesen Erfolg der Mannschaft von Cheftrainer Pavel Prokopec waren hier unter anderem eine flexible 5:1-Deckung, schnelles Umschaltspiel und mehrere Tore ins gegnerische Empty-Net. Auffällig ist zudem der ligaweit geringste Wert an 2-Minuten-Strafen.
Personell haben die Hagener im Sommer noch einmal nachgelegt. Zwar zog sich Schlüsselspieler Tilman Pröhl in der Vorbereitung einen Kreuzbandriss zu, woraufhin kurzfristig Ex-Abwehrchef Alexander Becker reaktiviert wurde. Doch die Neuzugänge Dustin Krauss (aus Potsdam) und Juan de la Pena (aus Bietigheim) verstärken den Kader spürbar. Zusammen mit dem etablierten Pouya Norouzi bilden sie eine enorme Rückraumqualität. Dass die Eintracht breit aufgestellt ist, zeigte sich auch im Derby: Selbst eine frühe Rote Karte gegen den wichtigen Kapitän Jan von Boenigk (ebenfalls Rückraum) steckte das Team weg. Als Matchwinner glänzte stattdessen Rechtsaußen Pierre Busch mit neun Treffern. Hagen macht kein Geheimnis daraus, im Aufstiegsrennen ein gewichtiges Wort mitreden zu wollen.
Besonders im Fokus wird am Samstag das Duell zwischen den Pfosten stehen: HSG-Schlussmann Ligarzewski führt das HBL2-Torhüterranking nach dem 5. Spieltag mit insgesamt 64 Paraden an. Auf der Gegenseite brillierte Hagens Keeper Jonas Wilde zuletzt mit 15 gehaltenen Würfen gegen seinen Ex-Klub Ferndorf und weist mit einer Fangquote von 37 % sogar einen noch etwas besseren Wert auf als sein Gegenüber.
Die Historie der beiden Klubs verspricht ein Duell auf Augenhöhe: Von den zehn Begegnungen seit dem Nordhorner Bundesliga-Abstieg 2021 gewann die HSG fünf. In der vergangenen Saison hatte jedoch Hagen zweimal die Nase vorn und beendete im Februar mit einem 28:21-Sieg in Lingen auch eine Serie von zehn HSG-Siegen in Folge. Für alle Fans, die am Samstag nicht live im Euregium dabei sein können, überträgt der Streamingdienst Dyn die Partie ab 19:15 Uhr live. Wer noch keine Tickets hat, kann sich hier noch welche besorgen.






