HSG will am Sonntag beide Punkte in der EmslandArena behalten

HSG will am Sonntag beide Punkte in der EmslandArena behalten

Am 8. Spieltag der 2. HBL empfängt die HSG Nordhorn-Lingen am Sonntag den TuS Ferndorf. Anwurf in der EmslandArena ist um 17 Uhr. Nach dem dramatischen 34:34-Unentschieden im Nachbarschaftsduell beim TV Emsdetten will das Bult-Team vor heimischem Publikum wieder die volle Punkteausbeute einfahren.

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Das Gastspiel in der ausverkauften Ems-Halle verlangte Spielern wie Fans in der vergangenen Woche einiges ab. In einer emotionalen Schlussphase glitt der Bult-Sieben der doppelte Punktgewinn durch einen gegnerischen Buzzer-Beater noch aus den Händen. Auf einen kurz angedachten Einspruch wurde verzichtet. Trotz des bitteren Nackenschlags richtet sich der Blick der Rot-Weißen wieder nach vorne. Mit 8:6 Punkten belegt die HSG aktuell den 8. Tabellenplatz und möchte vor den eigenen Fans in der Tabelle weiter klettern.

Der Gegner: Kleinster Standort, große Leidenschaft

Mit dem TuS Ferndorf reist das Team aus dem ligaweit kleinsten Handballstandort ins Emsland. Er zählt rund 3.900 Einwohner, ist ein Stadtteil von Kreuztal und liegt im nördlichen Siegerland nahe der hessischen Landesgrenze. Die Südwestfalen schafften nach ihrem Wiederaufstieg im Sommer 2024 in den vergangenen beiden Spielzeiten jeweils den Klassenerhalt (Rang 14 und 16).

In die aktuelle Saison startete die Mannschaft von Cheftrainer Ceven Klatt, der seit 2023 im Amt ist, verheißungsvoll: Aus den ersten vier Spielen holte Ferndorf drei Siege – darunter auch einen Heimerfolg gegen Emsdetten. Zuletzt geriet der Motor des TuS jedoch ins Stocken. Nach drei Niederlagen in Folge, darunter zuletzt ein deutliches 24:32 vor heimischem Publikum gegen Großwallstadt, rangiert Ferndorf vor dem 8. Spieltag mit 6:8 Punkten auf dem 10. Tabellenplatz.

Personelle Wechsel und eingespielte Leistungsträger

Im Kader des TuS gab es im Sommer einige Veränderungen. Zu den schmerzhaften Abgängen zählt zweifellos Innenblocker und Kreisläufer Valentino Duvancic, der sich zur neuen Saison der HSG Nordhorn-Lingen angeschlossen hat und an seiner neuen Wirkungsstätte bestens angekommen ist. Dagegen verpflichteten die Ferndorfer unter anderem den torgefährlichen Rückraumspieler Michael Helmersson aus Coburg (im Vorjahr zweitbester Ligatorschütze mit 190 Treffern). Nach einer Rückenverletzung gab der italienische Nationalspieler erst am vergangenen Sonntag sein Debüt. Hervorragend eingefügt hat sich zudem Linksaußen Pablo Lange, der von Magdeburg II ins Siegerland wechselte.

Trotz der personellen Anpassungen basiert das Ferndorfer Spiel weiterhin auf bewährten Stützen:

Marvin Mundus: Der Rückraumrechte führt aktuell die Torschützenliste der 2. HBL mit 57 Treffern (davon 26 Siebenmeter) an.

Nico Schnabl & Daniel Hideg: Während Schnabl als Spielmacher Regie führt, glänzt Hideg bis dato als bester Vorbereiter im Ferndorfer Aufgebot.

Tom Jansen: Der Rückraumspieler überzeugte zuletzt gegen Großwallstadt mit zehn Toren. Gemeinsam mit den HSG-Akteuren van Berlo und Hoogland wurde Jansen jüngst von Mark Bult für dessen ersten vorläufigen Kader als niederländischer Nationaltrainer nominiert.

Mattis Michel: Der Kapitän und Ferndorfer Urgestein verpasste das jüngste Spiel wegen eines Hexenschusses, bewies in dieser Saison aber schon seine unbestreitbare Klasse – unter anderem mit zwei perfekten HPI-Werten von 100.

Taktische Nuancen und Spannung am Kreis

Ähnlich wie die HSG agiert auch der TuS Ferndorf im Angriffsspiel gerne mit dem siebten Feldspieler – anders als noch in der Vorsaison. Beim jüngsten Ausrutscher gegen Großwallstadt erwies sich diese Variante jedoch als anfällig und führte zu einigen Gegentoren ins leere Gehäuse. Nichtsdestotrotz stellt der TuS eine extrem gefährliche Formation am Kreis. Ligaweit belegt Ferndorf in zwei Kategorien den Spitzenplatz: Mit 43 erzielten Kreisläufertoren (vor allem durch Mattis Michel) und lediglich 15 zugelassenen Gegentreffern über die eigene Kreismitte, was dem Ferndorfer Abwehrsystem geschuldet ist.

Die Handballfans dürfen sich auf ein hochinteressantes Duell gerade auf dieser Position freuen, denn HSG-Kreisläufer Christian Wilhelm übertrifft den Ferndorfer Kapitän Michel derzeit sogar noch und steht bereits bei 30 eigenen Saisontoren.

Rückblick und O-Töne von Valentino Duvancic

In der vergangenen Spielzeit behielt die HSG in beiden Duellen die Oberhand. Im Heimspiel im Euregium legten die Rot-Weißen bereits zur Pause (17:8) den Grundstein für den späteren 32:28-Erfolg. Im Rückspiel Anfang Mai feierte die Bult-Sieben einen 35:31-Auswärtssieg im Siegerland, bei dem Tarek Marschall mit 10 Treffern herausragte.

Eine ganz besondere Partie wird es am Sonntag für HSG-Kreisläufer Valentino Duvancic, der auf viele vertraute Gesichter trifft. Auf den bisherigen Saisonverlauf schaut „Tino“ im Allgemeinen zufrieden, räumt aber ein, dass es „ein oder zwei Punkte“ mehr sein dürften – gerade mit Blick auf die Auftritte in Hüttenberg oder zuletzt beim TV Emsdetten. Im Derby bemängelt der 24-Jährige insbesondere die hohe Zahl an technischen Fehlern, mit denen sich das Team das Leben selbst schwer gemacht habe. Unterm Strich sei der Punktgewinn trotz des späten Ausgleichs aber okay gewesen. Positiv hebt er die Moral der Mannschaft hervor: Das Team sei erneut zurückgekommen, habe echten Charakter bewiesen und gezeigt, dass es sich nicht unterkriegen lasse. Dennoch weiß er: Luft nach oben ist immer noch da.

Mit seinen eigenen Leistungen im rot-weißen Trikot zeigt sich Duvancic bislang ebenfalls einverstanden. An das im Vergleich zu Ferndorf andere Abwehrsystem der HSG hat er sich längst gewöhnt. Auch mit seinen offensiven Einsätzen am Kreis – allein oder mit Christian Wilhelm im Sieben-gegen-Sechs-Angriff – ist er bis dato zufrieden. Vor dem Wiedersehen mit den alten Weggefährten hebt Tino natürlich die emotionale Note der Partie hervor. Dabei ist es für den 24-Jährigen das erste Mal überhaupt in seiner Karriere, dass er gegen einen ehemaligen Verein aufläuft:

„Auf das Spiel am Sonntag freue ich mich riesig. Es ist natürlich etwas ganz Besonderes für mich: Nicht nur meine Freundin Lynn wohnt nach wie vor in Kreuztal – ich habe auch noch viele Freunde im Ferndorfer Team und bin gerade auch in den letzten Tagen mit ihnen in Kontakt. Aber völlig klar ist: All das ist für die 60 Minuten auf dem Parkett komplett vergessen. Ich werde alles dafür geben, um mit der HSG als Sieger vom Feld zu gehen.“

Die Mannschaft zählt am Sonntagnachmittag auf lautstarke Unterstützung von den Rängen, um die zwei Punkte in der Arena zu behalten. Wer nicht live vor Ort sein kann, hat wie gewohnt die Möglichkeit, das Spiel ab 16:45 Uhr im Livestream auf Dyn zu verfolgen.

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