24.9.
„Verrückte Zeiten“ – die Kellerbar ist am Samstag nach dem 2. HBL-Spiel wieder geöffnet
Wer die Kellerbar nach einem Handballspiel im Nordhorner Euregium erlebt hat, wird sich daran erinnern. „Jeder hat’s genossen“, erfahren wir von einer Frau, die achtzehn Jahre lang zum ehrenamtlichen Thekenteam gehörte und uns in schillernden Farben von dem erzählt hat, was die Kellerbar ausmachte. Gemeinsam wollen wir am Samstagabend versuchen, einen Teil dieser wunderbaren Atmosphäre und Stimmung wieder aufleben zu lassen, und womöglich kann sogar ein neuer Geist kreiert werden, wenn die Kellerbar nach dem Spiel der HSG gegen Bietigheim wieder öffnet.
Jeder Handballfreund ist herzlich eingeladen! Vorab haben wir mit zwei direkt Beteiligten von früher gesprochen. Geli Vos, die in all den Jahren vom Erstligaaufstieg 1999 bis zum Ende der Saison 2016/17 Teil des zehnköpfigen Teams von „Thekenchefin“ Gaby Mechtel war, nimmt uns mit in diese Zeit. Sowohl die glorreichen Jahre der HSG an der Spitze der Bundesliga und im Europapokal als auch der Gang in die Zweitklassigkeit gehörten dazu. Vor acht Jahren endete dann die Ära der Kellerbar, und zwar schlichtweg deshalb, weil die Damen sowie die beiden Getränkewarte Franz und Bernhard ihre freiwillige und leidenschaftlich ausgeführte Arbeit altersbedingt nicht mehr leisten konnten.
„Es war immer voll“, sagt Geli, „CDs wurden aufgelegt, es wurde getanzt, und die Stimmung war großartig.“ Sie berichtet davon, dass regelmäßig rund 150 oder noch mehr Handballfreunde die Kellerbar bevölkerten, auf einem Bildschirm die Pressekonferenz mitverfolgen konnten und vor allem eins im Sinn hatten: Eine gute Zeit an der Theke zu verbringen. Und dass zahlreiche HSG-Akteure und das Trainerteam auch dazukamen, sei Ehrensache gewesen. Immer wieder ließen es sich auch die Nationalspieler aus Deutschland, Schweden oder Kroatien und die späteren HSG-Legenden nicht nehmen, selbst mitzuhelfen und den Zapfhahn zu bedienen.
Auch Oscar Gentzels Vater Peter, von 2001 bis 2009 Torwart der HSG und mit vielen nationalen und internationalen Erfolgen ausgezeichnet, unterstreicht die durchweg positiven Erinnerungen: „Da war eine Super-Stimmung, es war warm und voll und die Kellerbar ein guter Treffpunkt für Fans und Spieler. Es war immer eine tolle Veranstaltung.“ Dass Peter Gentzel und all die anderen HSG-Cracks der Vergangenheit sich nach den Spielen sehr regelmäßig in der Kellerbar sehen ließen, war auch den Erträgen, die der Jugendabteilung zugutekamen, zweifellos zuträglich.
„Wenn das Spiel um 18 Uhr begann, waren wir häufig schon eine Stunde vorher in der Halle und bauten alles auf. Während der Spiele halfen wir dann auch oft oben mit. Und in der Kellerbar konnte so ein Abend leicht schon mal bis 12 oder 1 Uhr gehen“, blickt Geli zurück. Sie verweist zum Beispiel auf Stehtische, an denen die Gäste Snacks verzehrten, die sie von zu Hause mitbrachten. Und für den Durst seien drei Zapfhähne bei Highlight-Spielen quasi „durchgelaufen“. In Dreierreihen hätten die Fans an der Theke gestanden („es war so wuselig, man konnte da gar nicht durchgehen“), übrigens nicht selten auch die Anhänger der Gastmannschaften. „Unmengen“ an Bier seien dabei durchgegangen. Zudem sei in der Anfangszeit in der Kellerbar auch geraucht worden.
„Für manche war das Spiel nebensächlich. Sie sind nur ins Euregium gekommen, weil sie wussten, dass es anschließend in der Kellerbar wieder lustig wird“, lacht Geli, die im Namen ihrer langjährigen ehrenamtlichen Kolleginnen spricht, die beim Legendenspiel Anfang 2023 noch einmal im Einsatz waren („das war ein ganz besonderer Abend“) und sich immer noch zweimal im Jahr treffen. Sie betont die ausgesprochen gute Beziehung zu den Spielern und Fans. Das habe sich nicht zuletzt auch beim Trinkgeld gezeigt, wofür im glücklichen Fall der Fälle immer eine Extra-Glocke geläutet wurde. Einen Fan-Talk, in dem ein Spieler Fragen der HSG-Anhänger beantwortete, habe es vor Ort übrigens auch schon gegeben. Diese Tradition ist zu dieser Saison bereits wieder aufgenommen worden und stößt auf sehr positive Resonanz.
Also dann, ob ihr früher schon dabei wart und euch an alte Zeiten erinnern mögt, oder ob ihr ganz neu an dem Erlebnis teilhaben möchtet – jeder ist herzlich eingeladen, am Samstagabend in der Kellerbar vorbeizuschauen. Wir freuen uns auf euch!





