HSG-Serie gerissen: Klare Heimpleite gegen Hagen

HSG-Serie gerissen: Klare Heimpleite gegen Hagen

15.02.2026

HSG-Serie gerissen: Klare Heimpleite gegen Hagen

Die HSG Nordhorn-Lingen hat nach zehn Siegen in Folge erstmals wieder verloren. Und dabei fiel die Niederlage gegen den Tabellen-Sechsten aus Hagen mit 21:28 auch noch deutlich aus. Nach einer zu Beginn der zweiten Halbzeit zurückerkämpften Führung riss der Faden bei den Rot-Weißen und die Gäste zogen unwiderstehlich davon, sodass das Endergebnis letztlich in Ordnung geht und absolut verdient ist. Und damit rein in die Chronologie der Begegnung:

Bei der HSG fehlten Ian Hüter und Jaris Tobeler verletzungsbedingt. Aus dem A-Jugend-Team von Trainer Lasse Seidel standen mit Lasse Lingers (Linksaußen) und Florian Els (Rückraum rechts) ein 17- und ein 18-Jähriger im Aufgebot – Letzterer zum ersten Mal überhaupt. Dagegen waren bei Eintracht Hagen die zuletzt ausgefallenen Schlüsselspieler Tilman Pröhl und Pouya Norouzi wieder dabei, der Deutsch-Iraner gehörte sogar zur Startformation – und sollte dem Spiel einmal mehr seinen Stempel aufdrücken.

Vor der Partie wurde die verdunkelte Arena durch hunderte Handylichter stimmungsvoll erhellt. Dann ging’s los, der Gastgeber begann mit van der Merwe, Lux, Ruddat, Bandlow, Erlingsson, Wilhelm und Sokolic. Für Letzteren kam mit Zintel offensiv ein zweiter Spielmacher aufs Parkett. Beide Teams spielten zunächst auf ihre Fankurve zu, denn auch der Gästeblock war mit rund 50 grün-gelben Anhängern gut gefüllt.

Der Start gelang den Rot-Weißen, Bandlow erzielte mit seinem bereits dritten Treffer per 7-Meter das 4:2 (8.). Hagen verteidigte offensiv im 5:1, stellte mit Bochmann den erwartet starken Keeper und glich aus. Als Bandlow beim Stand von 5:5 (14.) auf die Strafbank musste, besetzte Marschall den rechten Rückraum, doch der Gast ging erstmals in Führung, und zwar sogar direkt mit zwei Toren Differenz. Bandlow brachte die HSG, die gerade mit den Hagener Rückraumschützen Pouya Norouzi, Kutz und von Boenigk Probleme hatte, wieder zurück. Beim Stand von 7:8 (18.) nahm Trainer Bult die erste Auszeit.

Es folgte die Umstellung auf das im Hinspiel recht gut funktionierende 7:6 mit Sokolic als zweitem Kreisläufer. Dann vergab der zuletzt in Großwallstadt zehnmal vom Strich erfolgreiche Bandlow gegen Bochmann, und wenig später erhielt er nach einem Kopftreffer gegen den Torhüter schon seine zweite Zeitstrafe. Letzterer wies beim Stand von 7:9 acht Paraden und eine Quote von über 50 % auf. Als es 8:9 stand, betätigte auch Eintracht-Coach Prokopec den Time-Out-Buzzer (23.).

Rechtshänder Marschall, der weiter für Bandlow spielte, gelangen von der ungewohnten Position aus zwei Treffer, doch Hagen hielt die Zwei-Tore-Führung. Fast mit der Schlusssirene gelang den stark aufspielenden und glänzend eingestellten Gästen das 12:14. Bei den Torwarten lag der keinesfalls enttäuschende van der Merwe gegen Bochmann mit 6:10 zurück. Die Wurfeffektivität bei der HSG betrug nur 50 % (am Ende: 45 %).

Die zweite Hälfte wurde vom aufs Parkett zurückgekehrten Bandlow eröffnet, der zweimal traf und somit direkt den Ausgleich markierte. Erlingsson setzte per 7-Meter noch einen drauf – plötzlich führte die hellwach aus der Kabine gekommene HSG: 15:14 (33.). Zintel verteidigte auf der Halbposition für den rot-gefährdeten Bandlow. Doch es schien nur ein Strohfeuer gewesen zu sein, das die Rot-Weißen abgebrannt hatten. Denn vorn ließ die Effizienz wieder nach, Keeper Bochmann nahm sich weitere Würfe und seine Vorderleute stellten mit einem 4:0-Lauf auf 15:18 (39.). Der gute Start der HSG in die zweite Hälfte war dahin.

Nach der 15. Parade von Bochmann erhöhte Hagen auf 16:20 und Sekunden später ins leere Tor auf 16:21. Trainer Bult nahm seine zweite Auszeit, als die Partie schon vollends in Richtung der Gäste zu kippen drohte (42.). Hagen blieb auf dem Gaspedal, auch der ins Tor gerückte Tschentscher vermochte der Wucht und dem Spielwitz der Grün-Gelben wenig entgegenzusetzen. Das 17:24 in der 47. Minute fühlte sich schon wie eine frühe Vorentscheidung an. In gut zehn Minuten war die Eintracht komplett auf die Siegerstraße abgebogen.

Die Gäste schnappten sich auch die Abpraller, profitierten zunehmend von Ballverlusten der Heimmannschaft und sorgten dafür, dass ihre eigenen Fans in der mit 3.027 Zuschauern prall gefüllten EmslandArena (Saisonrekord!) bestens gelaunt und deutlich vernehmbar waren („Auswärtssieg“). In der Schlussphase kontrollierte die Eintracht das Geschehen. Schön, dass Trainer Bult dem gerade 18 Jahre alt gewordenen Florian Els nun Einsatzminuten gab. Tschentscher verhinderte noch Schlimmeres, doch auf der Gegenseite war auch Bochmann weiter kaum zu überwinden. 21 Gegentreffern standen 23 Paraden gegenüber, die Quote betrug am Ende sagenhafte 52 %. Das Endergebnis lautete 21:28, womit die Siegesserie der HSG jäh gestoppt wurde.

Bei Hagen ragten von Boenigk (7) und Pouya Norouzi (5) als Torschützen heraus, beim Gastgeber war Bandlow am erfolgreichsten (8/1). Gleichwohl sind 21 eigene Treffer die schwächste Saisonausbeute der HSG. Statt des möglichen Sprungs auf Platz 2 fällt unser Team damit auf den fünften Tabellenplatz zurück.

In der PK lobten beide Trainer die tolle Kulisse in der Arena. Eintracht-Coach Prokopec klammerte nur den jeweils „verschlafenen“ Beginn der beiden Halbzeiten aus einer ansonsten „fantastischen“ Leistung seiner Mannschaft aus. Mit seiner vor dem Spiel getätigten Aussage, bei der HSG auf den besten Torwart der Liga zu treffen, habe er zudem offensichtlich seinen eigenen Keeper zusätzlich motiviert. Mark Bult monierte in erster Linie, dass sein Team 13-mal mit freien Würfen gescheitert sei. Doch mit Blick auf die gute Leistung in den letzten Monaten schloss er mit zuversichtlichen Worten: „Diese eine Niederlage wird uns nicht brechen. Wir werden weiter arbeiten und alles tun, das nächste Spiel wieder für uns zu entscheiden.“

Weiter geht es für die HSG am kommenden Samstag, den 21. Februar, um 18 Uhr beim TSV Bayer Dormagen. Das frühere Team von Ian Hüter steht nach zwei Pleiten zum Jahresauftakt – am Freitagabend setzte es eine denkbar knappe Niederlage in Ferndorf – auf Platz 15 der Tabelle. Das Hinspiel Mitte September hatte unser Team mit drei Toren Vorsprung für sich entschieden.

 

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