HSG gewinnt 32:29 in Essen

HSG gewinnt 32:29 in Essen

Die HSG Nordhorn-Lingen hat einen hervorragenden Start in die Zweitligasaison 2026/27 hingelegt. Bei TuSEM Essen setzte sich die Mannschaft von Trainer Mark Bult am ersten Spieltag mit 32:29 (18:15) durch und feierte damit einen wichtigen Auswärtssieg zum Saisonauftakt. Dabei musste die HSG gleich mehrfach Widerstände überwinden: Mitte der ersten Halbzeit lag sie mit drei Toren zurück, drehte das Spiel aber noch vor der Pause. Nach drei Vierteln der Partie hatte dann wieder der Gastgeber die Nase vorn. Doch in der entscheidenden Phase schlug Nordhorn-Lingen erneut zurück. Überragender Akteur war Torhüter Kacper Ligarzewski mit 21 gehaltenen Würfen, darunter fünf Siebenmeter. Der polnische Neuzugang parierte immer wieder spektakulär. Im Angriff war Kapitän Tarek Marschall mit elf Treffern der erfolgreichste HSG-Werfer. Der Nachbericht wird präsentiert von der Bentheimer Eisenbahn.

Essen erwischt den besseren Start

Die HSG begann mit Ligarzewski im Tor sowie Elmar Erlingsson, Ian Hüter, Marschall, Christian Wilhelm, Elias Ruddat und Maximilian Lux. Marschall wechselte zunächst für die Angriffe mit Valentino Duvancic. Ligarzewski erwischte gleich einen starken Start: Zwei frühe Paraden und wenig später ein gehaltener Siebenmeter sorgten dafür, dass die HSG trotz einiger guter Essener Angriffe im Spiel blieb. Die ersten beiden Nordhorner Treffer gingen auf das Konto von Marschall. Wie schon in Longerich spielte Rechtshänder Hüter im rechten Rückraum. Wilhelm agierte diesmal von Beginn an offensiv am Kreis. Für den 24-Jährigen war die Partie eine besondere: Wilhelm hatte bis 2025 zwei Jahre lang das Trikot des TuSEM getragen.

Zunächst blieb jedoch der Gastgeber auf dem Gaspedal. Essen ging mit 4:3 in Führung und baute den Vorsprung wenig später auf 6:4 aus. Die TuSEM-Offensive fand immer wieder gute Lösungen, während bei der HSG die Wurfeffizienz nachließ. Nach einer Zeitstrafe gegen Hüter kam der gebürtige Lingener Johannes Thiel zu seinem ersten Pflichtspieleinsatz für die HSG. Essen blieb aber am Drücker und führte beim 10:7 in der 15. Minute erstmals mit drei Toren.

Doch die HSG ließ sich nicht beeindrucken. Und sie hatte mit Ligarzewski einen Torhüter zwischen den Pfosten, der immer mehr zum entscheidenden Faktor wurde. Die Abwehr bekam zunehmend besseren Zugriff auf die Essener Angriffe – und vorne sorgten insbesondere Marschall und Wilhelm für Gefahr.

HSG dreht das Spiel

Mit einem 4:0-Lauf drehte Nordhorn-Lingen die Partie. Wilhelm stellte in der 19. Minute auf 10:11. Gut drei Dutzend mitgereiste HSG-Fans sorgten dabei für lautstarke Unterstützung von den Rängen. Die Mannschaft bekam spürbar Rückenwind und TuSEM verlor etwas den Faden. Beim 11:12 nahm Essen in der 20. Minute die erste Auszeit. Doch die HSG blieb nun die bestimmende Mannschaft. Dann kam auch Emiel Hoogland aufs Feld – und erzielte wenig später sein erstes Pflichtspieltor für Nordhorn-Lingen.

Das Tempospiel, eigentlich eine große Stärke der HSG, konnte Essen weitgehend unterbinden. Gebundene Angriffe waren gefragt, um sich gegen die gut organisierte Defensive des Gastgebers Chancen zu erarbeiten. Dennoch gelang es der HSG, sich erstmals mit zwei Toren abzusetzen: 13:15 in der 25. Minute. Zwei Minuten vor der Halbzeit erhöhte Marschall sogar auf 14:17.

Mit 15:18 ging es schließlich in die Kabinen. Marschall hatte bereits sechs Treffer erzielt, Lux fünfmal getroffen – darunter sämtliche drei HSG-Siebenmeter. Und im Tor stand Ligarzewski bei elf Paraden und einer beeindruckenden Quote von 44 Prozent.

Essen kommt zurück

Wie schon beim Auftakt in Longerich erwischte diesmal nicht die HSG, sondern der Gegner den besseren Start in die zweite Halbzeit. Erlingsson übernahm wieder die Spielmacherposition, Thiel blieb auf dem Feld. Der Youngster musste sich allerdings zunächst weiter gedulden, ehe ihm schließlich sein erstes HSG-Tor gelang – zum 17:19 in der 36. Minute.

Essen erhöhte den Druck. Nach einer Zeitstrafe gegen Duvancic und einem erneut gehaltenen Siebenmeter durch Ligarzewski wurde es wieder eng. Und in der 40. Minute war der Drei-Tore-Vorsprung aus der Halbzeit aufgebraucht: 20:20. Offensiv tat sich die HSG nun schwerer. In den ersten elf Minuten nach der Pause gelangen gerade einmal zwei Treffer. Die Defensive arbeitete weiterhin konsequent, doch vorne fehlte die Effizienz. Mark Bult reagierte und nahm in der 42. Minute eine Auszeit.

Doch es war der TuSEM, der seine Chancen nun besser nutzte. Der Gastgeber ging beim 23:22 in der 45. Minute erstmals seit der ersten Halbzeit wieder in Führung. Doch Ligarzewski blieb überragend. Nach 50 Minuten standen bereits 18 Paraden auf seinem Konto – und die HSG blieb dadurch im Spiel.

HSG entscheidet die Crunchtime für sich

Beim 24:25 in der 50. Minute nahm Essen eine weitere Auszeit. Die Partie war nun endgültig zu einem Krimi geworden. Hüter war inzwischen wieder für Thiel im rechten Rückraum auf dem Feld. Essen schaffte es weiterhin besser, seine Außen einzusetzen, doch Nordhorn-Lingen blieb dran. Nachdem Erlingsson vom Siebenmeterstrich noch am Aluminium gescheitert war, brachte Hüter die HSG sieben Minuten vor Schluss wieder mit 25:26 in Führung. Marschall legte zum 26:27 nach. In Überzahl hatte Nordhorn-Lingen anschließend sogar die Chance, sich weiter abzusetzen, konnte den Vorteil aber zunächst nicht nutzen.

Dann wieder Ligarzewski: Einen weiteren Essener Siebenmeter – seinen fünften – samt Nachwurf entschärfte der polnische Schlussmann. Und die HSG hatte in der 56. Minute die große Chance auf eine Zwei-Tore-Führung – und diesmal ließ sie sich die Gelegenheit nicht nehmen. Duvancic traf zum 26:28, Lux stellte eine Minute später auf 27:29. Essen nahm drei Minuten vor dem Ende seine letzte Auszeit und setzte anschließend auf das Spiel mit sieben Feldspielern. Doch die HSG-Defensive hielt stand. Nach einem Ballgewinn bot sich erneut die Chance, auf drei Tore davonzuziehen. Mark Bult nahm zwei Minuten vor Schluss noch einmal eine Auszeit – und seine Mannschaft behielt die Nerven.

Marschall traf zum 27:30, Hüter legte das 28:31 nach. Essen kam noch einmal auf 29:31 heran, doch den Schlusspunkt setzte der HSG-Kapitän höchstpersönlich: Tarek Marschall machte mit dem 29:32 den Auswärtssieg perfekt. Danach war der Jubel riesengroß: Mannschaft und mitgereiste HSG-Fans feierten den gelungenen Saisonauftakt in der Essener Halle gemeinsam. Neben Marschall, der mit elf Treffern bester Torschütze der Partie war, ragte insbesondere Ligarzewski heraus. 21 Paraden bedeuteten eine Quote von 42 Prozent. Für Essen waren Rückraumspieler Felix Göttler und Rechtsaußen Felix Eißing am erfolgreichsten (je sechs Tore).

Jetzt wartet das erste Heimspiel

Viel Zeit zum Verschnaufen bleibt der HSG nicht. Am kommenden Samstag, 5. September, um 18 Uhr, steht das erste Heimspiel der neuen Zweitligasaison in der EmslandArena auf dem Programm. Gegner ist der ASV Hamm-Westfalen, der am Freitagabend zum Saisonauftakt im eigenen Haus eine deutliche 23:41-Niederlage gegen Eintracht Hagen hinnehmen musste. Dabei kommt es zum Wiedersehen mit zwei bekannten Gesichtern: Lucas Firnhaber und Ivan Budalic spielen inzwischen im Trikot des ASV Hamm-Westfalen.

 

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