Samstag in Ferndorf: Vorletztes Auswärtsspiel der Saison

Samstag in Ferndorf: Vorletztes Auswärtsspiel der Saison

Vor der zweiwöchigen Länderspielpause steigt am Samstag um 18 Uhr in der Sporthalle Stählerwiese die Begegnung des 31. Spieltags zwischen dem in der 2. HBL auf Platz 13 geführten TuS Ferndorf und unserer HSG Nordhorn-Lingen. Unser Team rangiert im Tabellen-Ranking mit dem im Vergleich zum Gegner genau umgekehrten Punkteverhältnis von 38:22 auf Platz 6. Zwei Siege in Folge (in Oppenweiler und gegen die Eulen) haben die Stimmung in Rot-Weiß wieder deutlich verbessert. Trainer Mark Bult hat angekündigt, mit seinem Team in den letzten vier Partien alles dafür tun zu wollen, die maximale Ausbeute zu erzielen.

Leicht wird das gegen die noch ausstehenden Gegner, die teilweise mit dem Rücken zur Wand stehen, zweifellos nicht – gerade in der mit 1.400 Zuschauern sicherlich wieder ausverkauften Stählerwiese in Kreuztal. Doch zur Unterstützung mit dabei sind am Samstagabend auch wieder Fans unserer Mannschaft – und am Samstag wird nebenbei ein ganz besonderer Rekord aufgestellt.

Nach einem 30. Spieltag mit vielen überraschenden Ergebnissen liegt der TuS, der seine Herkunft gern auch als das handballverrückteste Dorf des Siegerlands bezeichnet, fünf Punkte über dem Strich. Theoretisch ist für das Team von Trainer Ceven Klatt, der seit 2023 die Verantwortung trägt, am Wochenende also auch rechnerisch der endgültige Klassenerhalt möglich. Maßgeblich dazu beigetragen hat der am Sonntag eingefahrene, äußerst überzeugende 33:27-Auswärtssieg in Coburg. Dieser Erfolg fiel umso überraschender aus, weil Ferndorf zum wiederholten Mal mit einer stark dezimierten Truppe auflaufen musste.

Dass in Coburg wieder nur elf Feldspieler zum Kader gehörten und sich darunter auch noch angeschlagene Akteure befanden, ist für Ferndorf nichts Neues. Umso respektabler fallen somit auch jüngste Punktgewinne in Potsdam oder beim Südwestfalen-Derby in Hagen aus. Auf der anderen Seite gingen die letzten vier Heimspiele allesamt verloren – und das trotz der in der Stählerwiese regelmäßig herrschenden Hexenkessel-Atmosphäre, die auch unsere HSG schon kennenlernen durfte. Im April 2025 hatte unser Team eine +5-Halbzeitführung noch aus der Hand gegeben und am Ende 31:31 gespielt. Damit nicht genug, fuhr sich der Mannschaftsbus nach der Partie in Kreuztal fest, sodass die Spieler nachts von dort abgeholt werden mussten.

Von 13 Begegnungen seit 2012 hat die HSG acht gewonnen, der TuS lediglich drei. Auch das Hinspiel Anfang Dezember ging mit 32:28 an das Zwei-Städte-Team. Nach einer sehr deutlichen 17:8-Halbzeitführung war der Gast im Euregium zwar mehrmals fast bis auf zwei Tore herangekommen. Letztlich brachte die HSG den Sieg dann aber doch recht souverän ins Ziel. Nach Frieder Bandlow (8) waren Björn Zintel und Kyan van Berlo (je 4) die erfolgreichsten Schützen. Bei Ferndorf hatte auch Kreisläufer und Innenblocker Valentino Duvancic viermal getroffen. Der 24-jährige Deutsche mit kroatischen Wurzeln wird unser Team ab Sommer verstärken. Im Kampf um den Klassenerhalt konnte er verletzungsbedingt in den vergangenen Spielen jedoch nicht mitwirken.

Auch am Samstag wird der Gastgeber wieder auf einige wichtige Akteure verzichten müssen. Andere holen dafür regelmäßig die Kohlen aus dem Feuer, auch wenn die persönliche Spielzeit bei einigen über dem liegt, was sie normalerweise zu leisten haben. Am Sonntag in Coburg war insbesondere der Rückraumrechte Marvin Mundus kaum zu halten. Mit seinem Pendant im linken Rückraum, dem besten Feldtorschützen und Assistgeber des Teams Daniel Hideg, drückte Mundus dem Spiel seinen Stempel auf. Der starke Keeper Can Adanir, der in diesem Jahr seine ersten Länderspiele für die Türkei absolvierte, tat sein Übriges. Zu achten sein wird ferner zum Beispiel auf die Außen Josip Eres und Gabriel da Rocha Viana, Kreisläufer und Kapitän Mattis Michel, den gern „Emotional Leader“ genannten Rückraumschützen Tom Jansen sowie den jungen Spielmacher Julius Fanger.

Und damit zurück zum Beginn dieses Artikels und zum Thema „Fans“: Während die „Rote Wand“ als HSG-Fanclub vor allem in den Heimspielen verlässlich für allerbeste Stimmung sorgt und die Zuschauer im Euregium und in der EmslandArena zum Mitmachen animiert, liefert die aus Hessen nördlich von Frankfurt stammende „Äppler Crew“ auswärts seit einigen Jahren eine schier unglaubliche Performance: Die Partie in Ferndorf wird das 50. Auswärtsspiel in Serie (!) sein, bei dem Marc und Chiara im Verbund mit anderen HSG-Anhängern vor Ort buchstäblich die rot-weiße Fahne hochhalten und mit Trommeln und Tröten für unbezahlbare Unterstützung sorgen: „Es ist einfach cool, die HSG mit 10 oder 15 Leuten gegen eine ganze Heimhalle zu supporten“. Viele gute Bekanntschaften, z. B. mit der HSG-Sektion aus dem Raum Düsseldorf, Fans der Rot-Weißen aus Bamberg oder auch mit Anhängern der Heimmannschaften vor Ort, sind inzwischen entstanden. „Wir haben immer Lust zu fahren, es macht einfach Spaß“, sagt Marc auf die Frage nach seiner Motivation.

Zu den bisher auf der Autobahn verbrachten gut 25.000 km werden am Samstag übrigens nicht so viele dazukommen, denn die Fahrt nach Ferndorf gehört für die Äppler Crew zu den kürzeren. Aus Nordhorn beträgt die Entfernung nach Kreuztal im Kreis Siegen-Wittgenstein, wozu Ferndorf gehört, dagegen rund 250 Kilometer. Unserer Mannschaft und allen Auswärtsfans wünschen wir eine gute Anreise und viel Erfolg. Die Partie wir live bei Dyn übertragen. Der Livestream beginnt 17:40 Uhr.

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