Deutlicher Sieg und emotionale Abschiede

Deutlicher Sieg und emotionale Abschiede

Im letzten Spiel der Saison hat die HSG Nordhorn-Lingen gewonnen. Gegen die HSG Krefeld hieß es am Ende 36:28, bevor es auf dem Parkett galt, auf Wiedersehen zu sagen. Dass der klare Erfolg unseres Teams durch den zeitgleichen Hagener Sieg in Potsdam nicht mehr zum fünften Tabellenplatz reichte, geriet dabei zur Nebensache.

Eine von den Fanclubs geplante rot-weiße Choreo sorgte vor dem Anpfiff für die passende Atmosphäre im Euregium – vielen Dank dafür und für den famosen Support in dieser Saison! Respekt auch an die Gästefans der HSG Krefeld Niederrhein, die ihr Team trotz des feststehenden Abstiegs in sehr großer Zahl im Euregium unterstützten. Und schon vor der Partie gab es auch die ersten Verabschiedungen auf dem Parkett: Irmgard Quickert und Christine Paap waren über Jahre und Jahrzehnte am Zeitnehmertisch im Einsatz und wurden für ihre immer zuverlässige und wertvolle Arbeit im Kampfgericht gewürdigt.

Zum Sportlichen: Beide Teams boten den erwarteten Kader auf. Das heißt, dass Frieder Bandlow an seinem 25. Geburtstag leider nicht noch einmal mit dabei sein konnte. Dafür kommentierte der HSG-Topscorer an der Seite von Jörg Elberg den Dyn-Livestream in der ersten Halbzeit mit. Zur Pause wurde er von Maximilian Jaeger abgelöst. Beide sollten nach der Partie noch einmal ins Rampenlicht rücken. Die Startformation der HSG bildeten Kristian van der Merwe, Elias Ruddat, Maximilian Lux, Christian Wilhelm, Jaris Tobeler, Björn Zintel und Oscar Gentzel. Luka Sokolic kam defensiv für den Kapitän. Der frischgebackene Vater Tarek Marschall saß zunächst auf der Bank.

Der Gastgeber kam insbesondere offensiv gut ins Spiel und legte vor: 6:3 nach neun Minuten. Unsere Außen waren es, die bis dato schon zwei- bzw. dreimal getroffen hatten. Beide Mannschaften suchten den schnellen Abschluss, doch die Rot-Weißen zeigten die höhere Wurfeffizienz und stellten die Gäste auch auf der Gegenseite zunehmend vor Aufgaben. Während van der Merwe seinen vierten Wurf parierte, erzielte Tobeler mit seinem zweiten Tor das 10:5 – Auszeit der Eagles aus Krefeld (18.).

Dann hielt van der Merwe nach Tempogegenstoß gegen Persson und zeigte einmal mehr, warum ihn die Fans lieben und vermissen werden: „Simply the Best“, ertönte aus den Lautsprechern, allein zwölf Paraden vor der Pause sprechen für sich. Lux erhöhte auf +7 und wenig später auf +8. Es lief für Nordhorn-Lingen und hieß 15:7 (26.). Beim 17:9 – auch Marschall hatte war inzwischen im Spiel und hatte direkt viermal getroffen – rief auch Mark Bult zum Time-Out. Und seine Männer blieben auf dem Gaspedal und machten es schon vor der Pause zweistellig: Das letzte Tor zum 21:10-Halbzeitstand erzielte Zintel nach erfolgreichem Kempa-Trick. Die HSG, die zuletzt zweimal nacheinander bis zur Pause mindestens 20 Gegentore kassiert hatte, zeigte eindrucksvoll, dass es auch umgekehrt geht.

Für den guten Rechtsaußen Lux kam nun Kyan van Berlo. Und die HSG legte vor den zuallermeist hochzufriedenen 2.147 Zuschauern im Euregium vier weitere Treffer nach: 25:10. Natürlich wehrte sich Krefeld, das eine sehr passable Rückrunde gespielt und am 30. Spieltag vor TuSEM Essen auf einem Nichtabstiegsplatz gestanden hatte. Die treuen Fans in Schwarz-Gelb freuten sich über einen 6:0-Lauf ihres Teams. Nach 40 Minuten hieß es plötzlich 25:16, der rot-weiße Faden schien kurzzeitig wie abgerissen. Dann erst beendete Tobeler sieben torlose HSG-Minuten.

Beim Stand von 28:17 rückte auch der 17-jährige Lasse Lingers aufs Parkett und ersetzte Linksaußen Ruddat. Wenige Sekunden später brachte er einen Tempogegenstoß ins Ziel und mit seinem ersten Zweitligator überhaupt das Euregium zum Toben – Auszeit Krefeld (46.). Auf beiden Seiten fielen nun sehenswerte Treffer, die von den Zuschauern bejubelt wurden. So stellte Lingers spektakulär auf 32:20, allein das „Empty Net“ gegen die jetzt im Sieben-gegen-Sechs angreifenden Gäste verfehlte er kurz darauf.

Auch Josip Rajkovic im Rückraum und Max Potgeter am Kreis erhielten nun noch Spielzeit, als kurz darauf eine La-Ola-Welle durch die Halle schwappte. Und dann traf Torwart van der Merwe ins leere Gästetor – gegen die nicht aufsteckenden Eagles hieß es 35:24. In den letzten Minuten der Saison standen die Handballfans auf ihren Plätzen und erlebten das finale Tor, welches Krefeld per Kempa-Trick zum Endstand von 36:28 erzielte. Der Rest war verdienter Applaus im Euregium.

Nach Spielende wurde es dann emotional: Die HSG Nordhorn-Lingen verabschiedete in Person von Geschäftsführer Michael Jonker dessen scheidenden Vorgänger Matthias Stroot, der acht Jahre lang in dieser Funktion ganz enorm wichtige Arbeit für die HSG geleistet hat, das Vereins-Urgestein, Abwehr-Ass, Kreisläufer und Co-Trainer Ralf Lucas sowie den Ordner Manfred Klitzke, der vierzig Jahre im Amt gewesen ist. Das an sie gerichtete Dankeschön kann dabei kaum groß genug ausfallen.

Anschließend erhielten die Fans, für die es anschließend Freigetränke gab, in der Halle auch die Gelegenheit, sich von den die HSG verlassenden Spielern zu verabschieden: Maximilian Jaeger, der bereits im Winter gewechselt war, erhielt im weiterhin gut gefüllten Euregium ebenso seinen hochverdienten Applaus wie Max Potgeter, Jaris Tobeler, Luka Sokolić, Frieder Bandlow, Kristian van der Merwe und Björn Zintel. Ihr werdet uns fehlen!

Nun stehen fünfeinhalb Wochen Sommerpause an, bevor das Trainerteam um Mark Bult am 15. Juli wieder zum Anschwitzen bittet. Einen Monat später, genauer gesagt am Samstag/Sonntag, den 15./16. August, gibt es dann auch schon den ersten Höhepunkt im Nordhorner Euregium: Dann trifft unsere Mannschaft beim dritten HSG Premium Cup auf den FC Barcelona, Paris Saint-Germain und die Füchse Berlin. Wir freuen uns drauf und sehen uns wieder!

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