Das Abenteuer DHB-Pokal ist für die HSG Nordhorn-Lingen in dieser Spielzeit früh beendet. Eine Woche nach den glanzvollen Auftritten beim HSG Premium Cup musste sich die Mannschaft von Trainer Mark Bult in der 1. Pokalrunde beim Drittligisten Longericher SC im Kölner Norden mit 35:37 (20:22) geschlagen geben. Vor knapp 700 Zuschauern in der stimmungsvollen LSC-Arena zeigte der Außenseiter eine sensationelle Leistung, während die HSG vor allem defensiv den Zugriff vermissen ließ.
Ohne den verletzten Max Horner, und dafür mit Rechtshänder Ian Hüter im rechten Rückraum, startete die HSG temporeich in die Partie gegen den gastgebenden Jubiläumsverein (100 Jahre LSC). Unser Team antwortete auf die Longericher Führungstreffer stets postwendend über die schnelle Mitte. Über die gut aufgelegten Tarek Marschall und Elias Ruddat erspielte sich der im Tempospiel zumindest vor der Pause überzeugende Favorit beim 8:9 (12.) die erste Führung. Doch die Defensive des Zwei-Städte-Teams fand von Beginn an keinen Zugriff. Der LSC nutzte jede Lücke konsequent aus und zog mit einem 4:0-Lauf über 12:10 (16.) auf 17:13 (22.) davon.
Erst eine deutliche Effizienzsteigerung brachte die HSG zurück in die Partie. Mit einem 3:0-Lauf arbeitete sich unsere Mannschaft wieder auf 18:17 (26.) heran. Ein Siebenmeter-Nachwurf von Erlingsson brachte den 19:19-Ausgleich, ehe Ruddat Sekunden vor der Sirene einen weiteren Tempogegenstoß zur 22:20-Halbzeitführung vollendete.
Wer jedoch dachte, die HSG hätte das Spiel nun unter Kontrolle, sah sich nach dem Seitenwechsel getäuscht. Die HSG erwischte einen denkbar schlechten Start in Durchgang zwei. Binnen 60 Sekunden glich Longerich aus und schraubte den Lauf auf ein 5:0 hoch – begünstigt durch spektakuläre Paraden des eingewechselten LSC-Keepers Lennart Kull. Erst nach sechs torlosen Minuten erlöste Hüter das Team mit dem Treffer zum 25:23.
Im Positionsangriff tat sich die HSG zusehends schwerer. Das Kreisspiel funktionierte sogar über die gesamte Spielzeit nicht gut, und Kull parierte nun auch mehrfach stark gegen die Nordhorner Außen. Der mit schmalem Kader agierende LSC hingegen spielte wie entfesselt: Insbesondere Spielmacher Lukas Martin Schulz und Jonas Kämper trafen aus dem Rückraum fast nach Belieben.
Auch eine Umstellung auf eine 5:1-Deckung und die Rückkehr von Ligarzewski ins Tor brachten nicht den erhofften Umschwung. Doch getragen von den rund 50 mitgereisten HSG-Fans, stemmte sich Nordhorn-Lingen gegen die drohende Niederlage. Der im zweiten Durchgang lange auf der Bank wartende Marschall hielt seine Farben mit seinen Treffern (insgesamt 10 Tore) im Spiel. Und als Maximilian Lux zweieinhalb Minuten vor dem Ende per Siebenmeter zum 35:35 ausglich, schien das Spiel noch einmal zu kippen.
Doch die Schlussphase gehörte den Hausherren: Nach der erneuten LSC-Führung per Siebenmeter parierte Kull in den letzten Sekunden gleich zweimal entscheidend gegen den achtfachen Torschützen Ruddat. Mit dem Schlusspfiff stand die 35:37-Niederlage fest.
Danke an die Fans der HSG für die grandiose Unterstützung vor Ort!
Für die Rot-Weißen gilt es nun, diese Performance und das bittere Pokal-Aus schnellstens aufzuarbeiten. Bereits am kommenden Sonntag, den 30. August, startet die 2. Bundesliga. Dort wartet mit dem TuSEM Essen direkt die nächste schwere Auswärtsaufgabe – die Essener sorgten am Freitag mit ihrem Pokal-Coup gegen Erstliga-Absteiger DHfK Leipzig nach zweifacher Verlängerung für ein Ausrufezeichen.




