27:27: Dramatisches Remis gegen Bietigheim

27:27: Dramatisches Remis gegen Bietigheim

28.9.

Zur Pause mit fünf Toren geführt, zwei Minuten vor dem Ende mit zwei Treffern in Rückstand, und am Ende unentschieden. Das Topspiel des 5. Spieltags in der 2. HBL vor 1.721 Zuschauern zwischen der HSG Nordhorn-Lingen und der SG BBM Bietigheim war nichts für schwache Nerven.  

Die Startformation der HSG, bei der neben Sokolic auch Jaeger noch nicht wieder einsatzfähig war, sah genauso aus wie beim Spiel zuvor in Dessau. Das heißt, dass auch Hüter wieder von Anfang an mit dabei war. Neben ihm bestand der Rückraum aus Zintel und Bandlow, Lux und Ruddat agierten auf Außen, während Wilhelm und van der Merwe am Kreis und im Tor begannen. Hüter hatte bis zum 8:5 (15.) schon vier Treffer erzielt und auch in der einmal mehr kompromisslosen Defensive seinen Anteil am guten Beginn der Gastgeber. Als die Gäste, die zwischenzeitlich mit vier Toren in Rückstand lagen, dann dreimal nacheinander erfolgreich Fehler der Rot-Weißen bestraften, nahm Mark Bult seine erste Auszeit (11:10, 23.). 

Hier fand er offensichtlich den richtigen Ton, denn prompt zogen seine wieder hellwachen Männer abermals davon: 16:11 und Time-Out durch Iker Romero (28.). Nach turbulenten zwei Minuten bis zur Pause hieß es 17:12. Die HSG hatte eine starke erste Hälfte hingelegt, in der sie sich nur kurz unkonzentriert zeigte. Torwart van der Merwe stand bei sechs Paraden und 35 %, während die beiden SG-Keeper bis dahin nur zwei Bälle abwehren konnten. 

Doch nach dem Seitenwechsel schien es, als sei bei unserem Team der Stecker gezogen. Insbesondere in der Offensive ging zunächst nichts mehr, und die Gäste kamen mit einem schnellen 4:0-Lauf auf 17:16 heran, was Trainer Bult direkt zur nächsten Auszeit veranlasste. Gleichwohl, es nützte nicht viel, denn nun waren die Gäste „on fire“ und die HSG geriet zunehmend ins Schlingern. Van der Merwe hielt seine Vorderleute nach besten Kräften im Spiel, doch beim 21:22 führte der Erstligaabsteiger aus Bietigheim zum ersten Mal (45.). Nun waren es allzu oft die Gastgeber, die sich technische Fehler und Ballverluste erlaubten. Zudem bekam auch SG-Keeper Tomovski jetzt immer öfter eine Hand an den Ball. 

Zehn Minuten vor Schluss hatten sich die Rot-Weißen wieder einigermaßen gefangen. Es stand 23:23 und das Publikum im Euregium gab einmal mehr sein Bestes, als Iker Romero zur Auszeit bat. Ruddat verbüßte eine Zeitstrafe, sodass auch der gerade 17-jährige Linksaußen Lasse Lingers sein Debüt gab. Doch das Top-Team aus Baden-Württemberg blieb am Drücker. Insbesondere die Fehler der Gastgeber wurden weiter gnadenlos ausgenutzt. Ab dem Stand von 25:26 griff die HSG auch im Sieben-gegen-Sechs an, doch auch diese letzte Maßnahme schien nicht mehr zu fruchten, als Bietigheim noch einen weiteren Treffer nachlegte. 

Aber in den atemberaubenden letzten 120 Sekunden überschlugen sich die Ereignisse. Eine offensive Deckung sowie Tore von Marschall und Erlingsson brachten tatsächlich den erneuten Ausgleich zum 27:27. Die HSG kam Sekunden vor der Schlusssirene sogar noch einmal in Ballbesitz, doch der Siegtreffer gelang im allerletzten Angriff nicht mehr. Am Ende stand ein Unentschieden auf der Anzeigetafel, das viele HSG-Fans schon gar nicht mehr für möglich gehalten hatten, und mit dem sie trotzdem ein wenig haderten. Die Statistik wies Bandlow (5/2) und Lux (5) bei der HSG sowie Fischer, de la Pena und Wolf bei Bietigheim als erfolgreichste Torschützen aus. Van der Merwe wehrte bei einer Quote von 37 % 15 Bälle ab, sein Gegenüber Tomovski steigerte sich in der zweiten Halbzeit und beendete die Partie mit zehn Paraden und 33 %. 

In der Pressekonferenz sprach Iker Romero von „zwei komplett verschiedenen Halbzeiten“ und bezeichnete das Remis letztlich als gerecht. Mark Bult gab ihm recht. Und er haderte zwar auch damit, den Vorsprung gegen eine gute Mannschaft aus der Hand gegeben zu haben, doch gleichzeitig lobte er seine Jungs für ihre Moral und ihren Kampfgeist. Es zeichne sein Team aus, dass es bis zuletzt an den Erfolg geglaubt habe. 

Weiter geht es für die HSG mit einer englischen Woche: Schon am Dienstag, den 30. September, wartet in der zweiten Runde des DHB-Pokals der Erstligist HC Erlangen.  Anwurf im Euregium ist um 19:30 Uhr. Karten gibt es zu Top-Pokal-Preisen ab zehn Euro. Zudem sind die HSG-Fans unter dem Motto „(H)alle in Rot!“ dazu aufgerufen, das Euregium in einen rot leuchtenden Hexenkessel zu verwandeln. In der 2. HBL gehts am Samstag, den 4. Oktober, weiter. Dort geht es als nächsten den  HBW Balingen-Weilstetten. Zudem kommt es zum Wiedersehen mit Georg Pöhle und Stefan Bauer. 

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