Krimi am Samstagabend: HSG spielt 33:33 in Dormagen

Krimi am Samstagabend: HSG spielt 33:33 in Dormagen

21.02.2026

Krimi am Samstagabend: HSG spielt 33:33 in Dormagen

Nach einem spannenden Handballabend, an dem die HSG Nordhorn-Lingen fast über die gesamte Spielzeit hinweg in Rückstand lag, holte unser Team ein am Ende leistungsgerechtes Unentschieden beim TSV Bayer Dormagen. Gegenüber der jüngsten Niederlage gegen Hagen war eine klare Leistungssteigerung erkennbar, und das bei einem Gegner, der sich keineswegs wie eine Mannschaft präsentierte, die gegen den Abstieg kämpft.

Der HSG stand nahezu dasselbe Personal zur Verfügung wie zuletzt. Allein Jaris Tobeler kehrte wieder zurück. Für den Ex-Dormagener Ian Hüter hatte es in seiner Heimat leider nicht gereicht, doch natürlich war er zumindest in Zivil dabei. Der abstiegsgefährdete Gastgeber brachte das erwartete Aufgebot an den Start. Und damit rein in die Chronologie der Partie:

Zu Beginn stand folgende Formation auf dem Parkett: Van der Merwe, Ruddat, Lux, Bandlow, Marschall, Wilhelm und Erlingsson. Sokolic verteidigte für Marschall. Das erste HSG-Tor erzielte mit Christian Wilhelm ein Mann, der in der Jugend zwei Jahre für Dormagen aktiv war und auch seine ersten Zweitligaspiele bestritten hatte. Doch der Start gehörte den Gastgebern, die mit 4:2 in Führung gingen – van der Merwe hatte noch Schlimmeres verhindert.

Beim 6:3 betrug der Vorsprung schon drei Tore (7.), bevor Bandlow ein spektakuläres Kempa-Tor gelang. Die Blau-Weißen zeigten sich anfangs galliger und in ihrer keineswegs überzeugenden Wurfausbeute immer noch stärker als unser Team, das zudem in Unterzahl bei zwei Würfen auf das leere Tor Glück hatte. Gleichwohl: Die HSG profitierte nun von Ungenauigkeiten des TSV und kam durch drei starke Aktionen von Tarek Marschall nacheinander nicht nur zum Ausgleich, sondern ging sogar erstmals in Front: 7:6 (16.). Torwart van der Merwe tat in dieser Phase sein Übriges und als Elias Ruddat den 5:0-Lauf perfekt machte, betätigte Julian Bauer den Auszeit-Buzzer (17.).

Dormagen griff von nun an im 7:6 an, was sich direkt auszahlte: Die Blau-Weißen glichen innerhalb kurzer Zeit aus und gingen in der zweiten HSG-Unterzahl ihrerseits wieder in Führung: 10:9 (21.). Nach einer erfolglosen Überzahl der Gäste lag Dormagen mit 12:10 vorn, und Mark Bult bat zum Time-Out. Ein starker 6:2-Lauf des TSV hatte das Spiel wieder gedreht (25.). Wieder konzentrierter agierend, fand unser Team ins Spiel zurück und schaffte bis zur Pause den Anschluss – es hieß 15:14.

Luca Tschentscher hütete nach dem Wechsel das HSG-Tor, doch seine Vorderleute hatten weiter Probleme mit der 7:6-Offensive ihres Gegners, die zudem viele Siebenmeter zogen, welche der junge Böckenholt verwandelte. In der 35. Minute erhielt Luka Sokolic seine zweite Zeitstrafe, die HSG geriet somit zum dritten Mal in Unterzahl. Van Berlo rückte für Lux auf die Platte. 1.540 Zuschauer im schmucken Dormagener Sportcenter, unter denen sich gut 30 HSG-Fans befanden, erlebten eine offene und spannende Begegnung, in der es dann wieder die Gastgeber waren, die mit zwei Toren nach vorn gingen. Beim Stand von 21:19 rief Trainer Bult zum Time-Out (40.).

Die HSG verteidigte nun mit Gentzel im 5:1 – Wilhelm bekam eine Pause – doch die Zuschauer standen, als der TSV kurz darauf den 3-Tore-Vorsprung aus der ersten Halbzeit wiederherstellte. In Bedrängnis hatte unser Team in dieser Saison schon oft ihr bestes Gesicht gezeigt, und die Rot-Weißen wehrten sich: Zweimal Ruddat und Erlingsson schafften den Ausgleich. Nächste TSV-Auszeit: Es hieß 22:22 (43.).

Schlag auf Schlag ging es weiter: Dormagen legte vor, Nordhorn-Lingen glich aus – bis es abermals der Gastgeber war, der sich auf seinen starken Keeper Simonsen verlassen konnte und wieder mit +2 in Führung ging: 27:25 (47.). Wenig später kassierte Sokolic seine dritte Zeitstrafe, die Blau-Weißen waren bis dahin erst einmal dezimiert gewesen. Immerhin: Den fälligen Siebenmeter parierte Tschentscher, und Wilhelm schaffte erneut den Ausgleich. Der Kreisläufer lieferte eine starke Partie und verteidigte nun im Innenblock mit Oscar Gentzel. Die Crunchtime brach an.

Zum wiederholten Mal kam unser Team nach einem minus-2 zurück – 30:30 und erneut beim 32:32 (58.) – doch eine Chance zur Führung ergab sich weiterhin nicht. Immer wieder legte der TSV vor. Als Böckenholt seinen sechsten Siebenmeter zum 33:32 verwandelte, waren keine zwei Minuten mehr auf der Uhr, und Mark Bult nahm seine letzte Auszeit. Wilhelm glich prompt wieder aus und auch Julian Bauer rief zur finalen Besprechung. Es knisterte vor Spannung. Fünf Sekunden vor Schluss erhielt der Gastgeber im letzten Angriff noch einen Freiwurf, doch dieser landete über dem Tor. Direkt nach der Sirene fühlte sich der Punkt wie ein gewonnener an, denn die HSG hatte nur Mitte der ersten Halbzeit für zwei Minuten in Führung gelegen.

Mann des Spiels war der junge Felix Böckenholt, der die meisten Treffer erzielte (11/6). Bei unserem Team waren Frieder Bandlow (6/5), Marschall (7), Wilhelm (6) sowie Ruddat und Erlingsson (je 5) am erfolgreichsten.

Weiter geht es für die HSG schon am kommenden Mittwoch, 25. Februar, wenn ein kompletter Spieltag ansteht. In der EmslandArena gibt der Dessau-Roßlauer HV um 20 Uhr seine Visitenkarte ab. Gute Erinnerungen an das Hinspiel haben die Rot-Weißen zweifellos, denn in Sachsen-Anhalt gelang ein fulminanter 37:22-Auswärtssieg. Gleichwohl: Die Biber, die am Sonntag noch gegen Coburg gefordert sind, stehen im oberen Tabellendrittel und ein weiterer heißer Tanz ist zu erwarten.

Weitere News

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Bitte füllen Sie dieses Feld aus.
Bitte füllen Sie dieses Feld aus.
Bitte gib eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Sie müssen den Bedingungen zustimmen, um fortzufahren.