32:36: Bittere Pleite der HSG in Coburg
Diese Niederlage gehört zweifellos in die Kategorie „unnötig“, denn über weite Strecken machte die HSG Nordhorn-Lingen in Coburg ein sehr ordentliches Spiel. So führten die Rot-Weißen nach einer torreichen ersten Halbzeit knapp. Doch ihre Wurfeffektivität nahm im Verlauf der zweiten Hälfte deutlich ab und HSC-Torwart Boukovinas parierte in der entscheidenden Phase mehrere freie Würfe, womit einige der Gründe für diese bittere Niederlage genannt sind. Der Reihe nach:
Bei der HSG fehlte der ehemalige Coburger van der Merwe wegen eines Hexenschusses. Zum zweiten Mal in dieser Saison lastete die Hauptverantwortung im Tor damit auf Luca Tschentscher. Wie zuletzt mussten auch die Oberfranken auf wichtige Spieler verzichten. Knauer, Lisac und J. Valkovskis fehlten im Rückraum, was die Franken jedoch auch nicht vom jüngsten Sieg in Hüttenberg abgehalten hatte. Und damit rein ins Spiel:
Die HSG begann mit Tschentscher, Sokolic, Lux, Bandlow, Wilhelm, Gentzel und Erlingsson. Ruddat kam offensiv für unseren Kroaten. Den besseren Start erwischten die Gastgeber, die über ihren „Unterschiedsspieler“ Helmersson und den bärenstarken Kreis ihre ersten Treffer erzielten: 4:2 (6.). Doch auch Tschentscher war mit drei frühen Paraden früh gut in der Partie. Bandlow glich von der Strafwurflinie wieder aus und der in Oberfranken geborene Lux sorgte für die erste Führung der von Erlingsson bestens geleiteten Gäste (4:5; 9.), die kurz darauf sogar zwei Tore betrug.
Dieser Vorsprung hatte auch nach 15 Minuten Bestand (8:10) und der auffällige Bandlow stellte in doppelter Überzahl sogar auf 9:12 (18.). Dann hielt Boukovinas zweimal gegen den zuletzt makellosen Ruddat und Coburg kam zum Ausgleich: 13:13 (21.). Wenig später bat Trainer Bult zur Auszeit und mahnte mehr Aggressivität in der Abwehr an. Hüter kam ins Spiel, Sokolic gab Wilhelm offensiv eine Pause. Beim 16:15 führten wieder die ohne Linkshänder im Rückraum agierenden Gastgeber und stellten kurz darauf sogar auf +2: 18:16. Die heute geforderte junge Coburger Garde machte ihre Sache gut, die HSG hielt dagegen. Beim 18:18 drückte auch Bults Landsmann Mahmutefendic den roten Knopf (27.).
Tobeler brachte kurz darauf einen Tempogegenstoß ins Ziel, Nordhorn-Lingen lag wieder vorn. Und Hüter war es, der kurz vor der Sirene die Pausenführung besorgte. In einer äußerst torreichen Begegnung stand es 20:21 – im Spiel gegen Hagen hatte die HSG nach sechzig Minuten so viele Tore erzielt. Bandlow (6/2) und Lux (4 von 4) waren bis dato am treffsichersten in Rot-Weiß, bei Coburg taten sich Helmersson und Kreisläufer Röller sowie die jungen L. Valkovskis und Lilienfelds hervor.
Der starke Erlingsson und Keeper Tschentscher eröffneten die zweite Halbzeit für die HSG positiv: 21:23 (34.). Das Tempospiel der HSG funktionierte weiterhin. Die Gastgeber mussten für ihre Tore zwar zumeist deutlich länger arbeiten, doch blieben geduldig. Beim Stand von 23:25 verhinderte Boukovinas das -3 für seine Farben, wenig später hieß es wieder unentschieden und nach einer neuerlichen Parade des HSC-Keepers hatte Coburg das Resultat sogar gedreht: 26:25. Auszeit Coburg beim 26:26 (41.).
Von nun an attackierte der auch schon offensiv verteidigende Gastgeber im Sieben gegen Sechs – was sich als einer der Schlüssel für den späteren Erfolg herausstellen sollte. Beim Stand von 28:27 musste Erlingsson behandelt werden, setzte sich benommen auf die Bank und wurde von Zintel ersetzt. Der zog zwar direkt die vierte Zeitstrafe gegen Coburg (HSG bis dahin noch keine), doch die Schwarz-Gelben stellten in Unterzahl auf +2 (45.). Boukovinas zeigte im Tor weiter sein Können, die Gäste leisteten sich nun auch technische Fehler und schon stand es 31:27 (48.). In der folgenden Auszeit wurde Trainer Bult laut und rief nochmals zu mehr Aggressivität in der Abwehr auf. Gleichwohl: Mit bis dato nur sechs Treffern nach der Pause konnte er ebenfalls nicht zufrieden sein.
Es folgten die rote Karte für Kontrec nach Foul an Zintel, doch auch ein weiterer HSG-Ballverlust. Gut zehn Minuten vor Schluss befand sich Coburg klar auf der Siegerstraße. Unser Team verkürzte nochmals auf -2, doch Boukovinas verhinderte mit seiner neunten Parade den möglichen Anschlusstreffer. Dann pfiffen die Schiedsrichter einen HSG-Treffer nach schneller Mitte zurück – zu Unrecht, wie die Zeitlupe zeigte. Trainer Bult holte sich die gelbe Karte ab und regte sich wenig später erneut auf, als Tschentscher einen Siebenmeter folgenlos ins Gesicht bekam. Dann fiel das 34:30 (56.), und das Spiel war endgültig entschieden. Am Ende hieß es 36:32.
Nur elf Tore in der zweiten Halbzeit waren schlicht zu wenig für die HSG. Neben dem fehlenden Zugriff in der Abwehr war die Wurfeffizienz nach der Pause nicht gut genug. Dagegen funktionierte bei Coburg gerade das Sieben gegen Sechs im Angriff bestens, Torwart Boukovinas tat sein Übriges. Topscorer der Partie war Helmersson (9/3), bei Nordhorn-Lingen waren Bandlow (8/3) und Erlingsson (8 von 8) am Ende die erfolgreichsten Schützen.
Wir bedanken uns herzlich bei den treuen HSG-Auswärtsfans unter den 2.112 Zuschauern in der Halle. Und die nächste Partie für unsere HSG findet wieder in der Fremde statt. Die Fahrt zum Tabellenschlusslicht HC Oppenweiler/Backnang ist nochmal 80 km weiter als nach Coburg. Anwurf ist am Samstag, den 25. April, um 18 Uhr in der Murrtal-Arena in Backnang, das rund 30 km nordöstlich von Stuttgart liegt. Heute unterlag der HCOB, der bislang erst zwei Unentschieden verzeichnet, mit 28:42 bei der HC Elblorenz, womit der Abstieg nach einem Jahr in der 2. HBL auch rechnerisch feststeht.





