31:26: HSG feiert am Maifeiertag verdienten Sieg gegen Eulen Ludwigshafen
Das hat wieder Spaß gemacht: In einem unterhaltsamen und über weite Strecken spannenden Spiel hat unsere HSG Nordhorn-Lingen am Freitagabend mit 31:26 gegen die Eulen Ludwigshafen gewonnen. Eine knappe Halbzeitführung hatten die Gäste kurzzeitig in einen eigenen Vorsprung umgedreht, doch unser Team konterte und setzte sich in der Crunchtime dann endgültig entscheidend ab. Damit hat die HSG nicht nur ihren sechsten Platz gefestigt, sondern auch den fünften und vierten Rang wieder in Sichtweite. Der Reihe nach:
Die HSG Nordhorn-Lingen, die hinsichtlich Verletzungen im Vergleich mit vielen Kontrahenten zum Glück recht gut durch die bisherige Saison gekommen ist, konnte auf den erwarteten Kader zurückgreifen. Auch Torwart van der Merwe, hinter dessen Einsatz ein kleines Fragezeichen gestanden hatte, war dabei. Bei den Eulen aus dem gut 440 km entfernten Ludwigshafen fehlten weiterhin die Abwehrrecken Stüber und Ilic sowie Leun im Rückraum. Diese Ausfälle hatten den Tabellen-13. jedoch auch nicht von den zwei jüngsten Siegen abgehalten.
Die Startformation unseres Teams im letzten Saisonspiel in der EmslandArena bildeten Lux und Ruddat, Wilhelm, Erlingsson, Marschall und Bandlow vor Keeper van der Merwe. Sokolic spielte defensiv für Marschall. Und damit rein in die Begegnung: Nicht unerwartet empfing die Eulen-Defensive die HSG-Angriffe zunächst in einer offensiven Ausrichtung: 2,07-Mann-Schmitt agierte dabei im 3:2:1 ganz vorn. Der Auftakt gelang: 3:1 – Marschall hatte schon zweimal getroffen. Eine höhere Führung in Überzahl verhinderte zunächst Torwart Urbic, doch beim 6:3 stand Bandlow sogar schon bei vier Toren (9.).
Offensiv sehr variabel, erspielte sich die HSG in der Anfangsphase immer wieder beste Wurfsituationen, doch Ludwigshafen hielt dagegen, steigerte sich, nutzte die ersten Fehler der Gastgeber und kam zum Ausgleich: 7:7 (13.). Die in Grün spielenden Gäste, die früher als TSG Friesenheim firmierten, stellten in der Abwehr auf 6:0 um, hatten kurz darauf beim 8:8 einen Mann mehr und somit erstmals den Vorteil auf ihrer Seite – der gute Anfangslauf unserer Mannschaft war ausgebremst und die Partie nun völlig ausgeglichen. Doch eins wird das Team von Mark Bult in dieser Saison nicht: nervös.
Ihrerseits in Überzahl, legten die Rot-Weißen wieder vor. Nachdem Ruddat einen Tempogegenstoß ins Ziel brachte, hieß es 12:9 und Michael Haaß drückte für die Eulen den Auszeit-Buzzer (20.). Neues Personal rückte bei der HSG aufs Parkett. Auch Lux war kurz darauf nicht zu halten – sein 13:9 bedeutete die erste 4-Tore-Führung, bevor Zobel schon seine zweite Zeitstrafe erhielt. Doch statt noch weiter in Rückstand zu geraten, kamen die Eulen zwei Tore heran. Den Anschlusstreffer per Siebenmeter verhinderte der dafür ins Tor gerückte Tschentscher, und der gut aufgelegte van der Merwe hielt seinen siebten Ball. Dann legte Gentzel auf der Gegenseite zwar nochmals nach, doch die Eulen schlugen in der Schlussminute tatsächlich noch doppelt zurück: Somit stand es nur 15:14 und die allermeisten Zuschauer hatten das Gefühl, dass dieser Vorsprung deutlicher hätte ausfallen können.
Zu Beginn der zweiten Hälfte schickte Mark Bult wieder seine Startformation auf die Platte. Doch es war der starke Eulen-Spielmacher Eisel, der eröffnete. Das -4 war wettgemacht, und es kam noch schlimmer für die Gastgeber: Zwei Tempogegenstöße später stand es 15:17. Fünf Tore in Folge hatten die Eulen erzielt, bevor Ruddat deren Lauf unterbrach. Die HSG war nun in der Bringschuld – und lieferte: Marschall glich wieder aus, Ruddat traf seinerseits im Tempogegenstoß, Lux setzte noch einen drauf: 20:18 (38.). Die Zuschauer erlebten ein Wechselbad der Gefühle, und es wurde nicht nur spannender, sondern auch lauter in der EmslandArena.
Weiter im Spielfilm: 23:20, Auszeit Eulen (43.). Dann erzielte Röller ein „aussichtsloses“ Tor im Liegen und hielt die Hoffnung der Gäste lebendig. Den nächsten freien Wurf des Kreisläufers nahm sich van der Merwe, der direkt nochmals parierte und die Arena vollends anzündete. Die HSG hatte wieder die Chance aufs +4, doch dies gelang nicht: Nur noch 25:23 (50.), Beginn der berüchtigten Crunchtime, Auszeit Nordhorn-Lingen.
Und nun im Live-Ticker: HSG-Ballverlust, nur noch 25:24 durch das fünfte Tor des am Kreis kaum zu stoppenden Röller. Gegenseite: dritte Hinausstellung gegen Zobel. Dann: Siebenmeter für die HSG, Zeitstrafe gegen Trainer Haaß auf der Eulen-Bank, damit doppelte Überzahl für die Gastgeber, 26:24 durch Bandlow. Ganz offensive Verteidigung, trotzdem 26:25, dann 27:25 durch Marschall. Ruddat wird nun am Wurf gehindert, doch die Schiedsrichter entscheiden gegen ihn. Der Anschlusstreffer fällt jedoch nicht, Marschall holt eine weitere Zeitstrafe und einen Siebenmeter heraus: Bandlow trifft: 28:25 – noch fünf Minuten. Bülow zum 28:26, Zintel wirft das 29:26, Röller scheitert, Lux netzt ein zum 30:26. Zwei Minuten vor Schluss muss es das gewesen sein! Der großartige van der Merwe hält auch noch einen Siebenmeter und eskaliert zusammen mit dem begeisterten Publikum. Den Schlusspunkt setzt der famose Marschall zum 31:26 – der Rest ist Feiern und Jubeln!
Das war’s, die allermeisten der 2.646 Handballfans waren mehr als zufrieden. Erfolgreichster Torschütze war Publikumsliebling Marschall (10 von 11), ihm folgte Bandlow (7/3, 100 %) vor unseren beiden Außen Ruddat und Lux (je 5). Van der Merwe stand dem mit 14 Paraden und 38 % Haltequote in nichts nach. Bei den Eulen warfen Röller (7), Schaller (6/4) und Rückraumschütze Schmitt (4) die meisten Tore.
Mit Beginn der PK setzte auch das Kirmes-Feuerwerk ein. Michael Haaß sprach davon, das Maximum herausgeholt zu haben und seiner Mannschaft keinen Vorwurf machen zu können. Er gratulierte Mark Bult fair zum am Ende routiniert herausgespielten Sieg, wies den Referees jedoch auch einen gewissen Anteil an der Eulen-Niederlage zu. HSG-Trainer Bult sprach von einem „komischen Spiel“. Er sagte: „Ich hatte eigentlich immer ein gutes Gefühl, doch wenn ich auf die Anzeigetafel geschaut habe, sah es teilweise anders aus.“ Besonders freute er sich über die Performance seines Torwarts van der Merwe und bedankte sich ausdrücklich für die Unterstützung der Fans am Maifeiertag: „Unglaublich, wie viele Leute in der Halle waren.“ Der Coach versprach, in den letzten vier Begegnungen, in welchen es noch gegen drei akut abstiegsgefährdete Teams geht, „hundert Prozent Beute“ machen zu wollen.
Weiter geht es für die HSG am kommenden Samstag, den 9. Mai, um 18 Uhr. Dann steht die schwierige Auswärtspartie beim TuS Ferndorf an, der vor diesem Spieltag auch noch nicht aller Abstiegssorgen ledig war. Das Team aus dem Siegerland, von dem Kreisläufer Valentino Duvancic im Sommer zur HSG kommt, hat am Samstagabend noch in Coburg anzutreten. Nach einer Länderspielpause gastiert an Christi Himmelfahrt (21.5.) der TV Hüttenberg in Nordhorn. Die Partien in Essen (29.5.) sowie in Krefeld (6.6., Euregium) beschließen dann die Saison. PS: Während es im Keller spannend bleibt, dürfte durch die heutige überraschende Heimniederlage von Dresden gegen Krefeld eine Vorentscheidung in Sachen Aufstieg gefallen sein: Bietigheim und Balingen stehen kurz vor Rückkehr ins Oberhaus.





