Vierter Sieg nacheinander: HSG besiegt Hüttenberg 35:33
Nach einer insbesondere in der ersten Halbzeit schwachen Defensivleistung hat sich die HSG Nordhorn-Lingen nach dem Seitenwechsel gesteigert und einen 18:20-Rückstand noch in einen letztlich verdienten Sieg gedreht. Damit verbessern sich die Rot-Weißen zumindest vorübergehend auf den 5. Tabellenplatz, bevor es in die letzten beiden Saisonspiele geht.
Vor allem Sportlichen sollen hier an erster Stelle jedoch Genesungswünsche stehen: Lasse Ohl, der 21-jährige Kreisläufer des TV Hüttenberg, ist am Sonntagabend mit seinem Auto verunglückt. Bei dem schweren Verkehrsunfall wurden noch zwei weitere Personen verletzt – ihnen allen wünschen wir alles Gute und baldige Genesung.
Und damit zum Spiel: Bei Nordhorn-Lingen fehlte wie zuletzt der angeschlagene Topscorer Frieder Bandlow. Es besteht jedoch gute Hoffnung, dass er in den verbleibenden beiden Partien wieder zum Einsatz kommt. Für ihn stand wie in Ferndorf der angeschlagene Florian Els aus der 2. Mannschaft im Kader. Bei den Gästen konnte neben Lasse Ohl mit Vit Reichl ein weiterer Kreisläufer und Innenblocker nicht dabei sein. Die Chronologie:
Im Verlauf der ersten Halbzeit waren es durchgehend die Gäste, die immer wieder in Führung gingen und ihren Vorsprung zwischenzeitlich sogar auf +3 ausbauen konnten: 13:16 (24.). Mit ihrem starken Rückraum (Kuntscher, P. Ohl, Kompenhans) und ihrem heute einzigen etatmäßigen Kreisläufer Zörb gelang es ihnen immer wieder, zu Torerfolgen zu kommen. Auf der anderen Seite ging Bandlow-Vertreter Jaris Tobeler voran und hielt mit seiner Mannschaft den Anschluss – und das alles in einer Halbzeit, in der „keiner Lust hatte, Abwehr zu spielen“, wie es TVH-Trainer Kneer nach dem Spiel süffisant formulierte.
Der Gastgeber konnte zwar vor der Pause nochmals ausgleichen, doch mit einem Buzzer-Beater-Tor von Keeper Böhne ins leere HSG-Gehäuse hieß es dann doch wieder 18:20. Mehr Gegentore in einer Halbzeit hatte Nordhorn-Lingen in dieser Saison noch nicht kassiert. Dass gerade in der Abwehr bis dahin „einiges gefehlt“ habe, monierte Trainer Bult auch als Erstes in der Pressekonferenz. Sein Team sei schlichtweg „nicht bissig genug“ gewesen.
Nach der Pause bot sich den 1.914 Zuschauern im Euregium jedoch ein anderes Bild. Nun zeigten die Rot-Weißen den von Bult hinterher gelobten „Spirit“ und „Kampfgeist“, hinzu kamen wichtige Paraden des ins Tor gerückten Keepers Luca Tschentscher. Auffällig war, dass die Defensive nun mehrere Pässe der Gäste an den Kreis abfing, die auf der Gegenseite in schnelle Tore umgesetzt wurden. Beim 24:23 lag die HSG erstmals vorn (39.). Tarek Marschall, dem heute zum dritten Mal in Folge zehn Treffer gelangen, stellte in der 46. Minute sogar auf 29:25.
Stefan Kneer sagte nach der Partie, dass er in dieser Phase um sein dezimiertes Team gefürchtet habe, doch die HSG konnte die mehrmalige Chance zum +5 nicht nutzen, und die Gäste kämpften sich wieder heran. Kuntscher (am Ende 10/3 Treffer) verkürzte auf 31:29 (53.). Doch wie so oft in den letzten Wochen blieb Nordhorn-Lingen in der entscheidenden Phase stabil. Zwar waren beim Stand von 34:31 noch gut zwei Minuten zu spielen, als Sokolic seine dritte Zeitstrafe erhielt. Hüttenberg verkürzte auch nochmals, doch spätestens nach einer Hinausstellung gegen den Gast wenig später hatte die HSG den Sieg unter Dach und Fach. Marschall und der auffällige Kreisläufer Zörb setzten die Schlusspunkte, das finale Resultat lautete 35:33.
Weiter geht es für die HSG am Freitag, den 29. Mai, um 19 Uhr bei TuSEM Essen. Die Ruhrpottschmiede, gegen die unser Team in den letzten 14 Begegnungen nicht verloren hat, befindet sich vor dem aktuellen Spieltag noch in akuter Abstiegsgefahr. Gleiches gilt für die HSG Krefeld, die zum Saisonausklang am Samstag, den 6. Juni, um 18 Uhr im Nordhorner Euregium erwartet wird.





