Knappe Niederlage in Essen: Leistungssteigerung nach der Pause reicht nicht für die HSG

Knappe Niederlage in Essen: Leistungssteigerung nach der Pause reicht nicht für die HSG

Unsere HSG Nordhorn-Lingen hat nach vier Siegen in Folge am vorletzten Spieltag der Saison wieder verloren und kann am Sonntag von Hagen auf den sechsten Tabellenplatz verdrängt werden. TuSEM Essen hingegen besiegte seinen Angstgegner mit 35:34 und tat damit einen großen Schritt in Richtung Klassenerhalt, der schon am Samstagabend Wirklichkeit werden kann. Die HSG steigerte sich nach der Pause, holte einen Sechs-Tore-Rückstand auf und leistete bis zum Schluss erbitterten Widerstand gegen die Niederlage. Doch am Ende blieben die Punkte im Ruhrpott.

Bei Essen stand der erwartete Kader zur Verfügung, dagegen fehlte auf der Gegenseite einmal mehr Topscorer Frieder Bandlow. Seine vor vier Wochen gegen die Eulen Ludwigshafen erlittene Verletzung ließ einen Einsatz doch noch nicht zu. Und mit einem Umstand hatten beide Teams und auch die Zuschauer zu kämpfen: Weil das Ruhrgebiet zunächst vom Gewitter verschont geblieben war, herrschten im Sportpark „Am Hallo“ entsprechend hohe Temperaturen. Und damit rein ins Spiel:

Die HSG begann mit Kristian van der Merwe, Ian Hüter, Jaris Tobeler, Elias Ruddat, Maximilian Lux, Tarek Marschall und dem Ex-Essener Christian Wilhelm. Beide etatmäßigen Spielmacher blieben also zunächst im Wartestand. Obwohl van der Merwe in der Anfangsphase einen Siebenmeter hielt, misslang der Start vollkommen: Ballverlust, Fehlversuche, Zeitstrafe Wilhelm, drei Gegentore – dann erlöste Lux die zahlreichen und lautstarken HSG-Fans in der nicht nur wegen der Thermik von Beginn an aufgeheizten Halle mit dem ersten Treffer vom Strich: 3:1 (5.). Das Spiel unseres Teams blieb fehlerbehaftet, der TuSEM drückte weiter aufs Gaspedal: 6:2 (9.).

Zweite Zeitstrafe, dritter Siebenmeter, zwei weitere Empty-Net-Gegentore: 9:4 (12.). Während der frenetisch angefeuerte Gastgeber ein wahres Feuerwerk abbrannte, rückte Elmar Erlingsson als HSG-Taktgeber aufs Spielfeld. Und sein Team fand den On-Schalter: Drei Tore in Serie brachten die endlich auch in der Abwehr griffigeren Gäste heran (9:7; 15.). Essen schlug zurück, das Tempospiel des TuSEM funktionierte besser als das der HSG, der Vorsprung hielt. Luca Tschentscher hütete nun den Kasten, doch das 15:11 konnte er auch nicht verhindern (20.).

Mit höchster Intensität auf beiden Seiten ging es weiter. Lux verkürzte wieder auf -2, doch Essen, das mit dem Aluminium auch mehrmals das Glück des Tüchtigen auf seiner Seite hatte, erhöhte in einer weiteren Überzahl wieder auf 19:14 (26.). Die Zuschauer hatten sogar die rote Karte für Ruddat gefordert, während Trainer Mark Bult mit einigen Entscheidungen der Schiedsrichter haderte. Wie auch immer: Das 21:16 fiel mit dem bereits fünften erfolgreichen Wurf ins leere Tor der Gäste. Der Gegentor-Saisonrekord in einer Halbzeit aus der Vorwoche gegen Hüttenberg war zu diesem Zeitpunkt bereits gebrochen. Immerhin: Zur Halbzeit (21:18) betrug der Rückstand nur drei Tore, und Bult, der nicht zufrieden sein konnte, hatte die Gelegenheit, seine Mannschaft neu einzustellen. Lux (4/2) und Oscar Gentzel (4) hatten bis dato die meisten HSG-Treffer erzielt.

Die zweite Hälfte begann wie die erste, und beim 25:19 lagen die höchstmotivierten Gastgeber mit ihren schnellen Beinen sogar erstmals mit sechs Toren vorn (35.). Doch wieder gelang der von Erlingsson dirigierten HSG ein 3:0-Lauf. So leicht wollten sich die in Schwarz spielenden Gäste nicht geschlagen geben, und insbesondere Lux und Gentzel blieben effizient. In der 41. Minute war Nordhorn-Lingen tatsächlich wieder dran und nutzte die Chance zum Anschluss (27:26) – Auszeit TuSEM.

Den ersten Ausgleich der Partie erzielte unsere HSG kurz darauf ohne echten Kreisläufer, Hüter beschäftigte den gegnerischen Innenblock in dieser Phase nicht selten in vorderster Front. Und die Gastgeber wankten – beim 28:28 hatte Nordhorn-Lingen im Essener Hexenkessel zweimal die erste Chance zur Führung, welche Keeper Dominik Plaue jeweils vereitelte. Die Partie kippte also nicht. Das junge Team der Gastgeber attackierte nun im Sieben-gegen-Sechs, geriet abermals in Überzahl und legte wieder vor: Das 30:29 ging zum sechsten Mal ins leere HSG-Tor – die Crunchtime begann.

Unser Team arbeitete und kämpfte, gerade in der Abwehr fand sie auch zur gewohnten Stabilität. Doch Essen wusste stets zu antworten, fünf Minuten vor dem Ende hieß es 33:31. Das 34:31, das anschließend im Nachwurf nach einer Tschentscher-Parade fiel, sah nach einer Vorentscheidung aus. Doch abermals kam die nicht aufgebende HSG heran. In ihrer einzigen Überzahl erzielte sie noch zweimal den Anschlusstreffer, doch eine neuerliche Ausgleichschance ergab sich nicht mehr. Essen brachte den Sieg ins Ziel, der Endstand lautete 35:34.

Die Statistik des Spiels wies Gentzel (7), Lux (7/2) und Tobeler als erfolgreichste HSG-Schützen aus. Tschentscher kam mit acht Paraden auf eine gute Haltequote von 31 %. Ein großer Dank geht an die HSG-Fans im Sportpark, die den sehr respektablen Essener Handballfans in nichts nachstanden.

Das Saisonfinale steigt am kommenden Samstag, den 6. Juni, um 18 Uhr, im Euregium, wenn alle Partien des 34. Spieltags gleichzeitig angepfiffen werden. Unser Team trifft dann auf die HSG Krefeld. Der Tabellen-17. trifft am morgigen Samstag noch auf den TuS N-Lübbecke und muss nun gewinnen, um Essen am letzten Spieltag womöglich doch noch abfangen zu können. Vor der Begegnung in Nordhorn wird es wieder eine von den Fanclubs organisierte Choreografie geben, danach steht noch die gebührende Verabschiedung der Spieler an, welche die HSG verlassen. Seid dabei und lasst uns zusammen einen gelungenen Saisonausklang feiern.

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